Portalklinik für Ayurveda im Fokus
11.02.2010 | 11:01 Uhr 2010-02-11T11:01:00+0100
Castrop-Rauxel. Aus der Kritik kommt seit langem Thomas Vallomtharayil, der am Europaplatz das Hotel Raj Mahal mit Ayurveda betreibt, nicht heraus. Angekündigt worden war bei der Eröffnung absolut Großes. Wo Grandioses für Castrop-Rauxel und die Welt passieren sollte, ist oft gähnende Leere.
Bei der Eröffnung der sogenannten Portalklinik am Europaplatz am 9. März 2009 hatte Vallomtharayil behauptet: „Castrop-Rauxel gilt spätestens jetzt als erste Adresse in Europa, wenn es um Ayurveda geht.” Der gelernte Pfleger äußerte das Ziel, die Krankenkassen von der Wirkung der Heilslehre zu überzeugen.
Portalklinik im St. Rochus-Hospital
In den Jahren davor - von Mitte 2004 bis Ende 2006 hatte Vallomtharayil seine Portalklinik im St. Rochus-Hospital. Der Ärztliche Direktor, Dr. Michael Glaßmeyer, erklärt auf die Anfrage unserer Zeitung: „Um es vorsichtig zu formulieren, habe ich mir nie vorstellen können, dass das im Ruhrgebiet, in Castrop-Rauxel, ein Erfolg wird. Für Ayurveda gibt es hier fehlende Akzeptanz. Außerdem wohnen und arbeiten im Ruhrgebiet Leute, die vernünftige medizinische Behandlung bekommen und meistens ein überschaubares Budget haben. Unsere Geschäftsführung hat sich damals dagegen entschieden, sich über eine reine Vermietung der Station 3 A hinaus für das Projekt zu engagieren. Das kann vielleicht am Starnberger See gelingen, aber nicht hier.”
Es sollte so laufen, dass auf Wunsch Patienten schulmedizinisch untersucht, bzw. behandelt werden, die sich dann einer ayurvedischen Behandlung in Indien unterziehen möchten. Glaßmeyer: „Ich habe nie einen einzigen Patienten gesehen. So weit ich weiß, war auch niemand beim Internisten Dr. Erhardt und beim Chirurgen Dr. Altenmüller.”
Ob es denn für die Portalklinik Subventionen gegeben habe, wollte unsere Zeitung wissen. „Herr Vallomtharayil hat immer von erfolgreichen, positiven Gesprächen mit dem Ministerium gesprochen”, sagt Dr. Glaßmeyer. Die Idee des Inders, dass hier ayurvedische Ärzte ausgebildet werden sollten, findet der Ärztliche Direktor abstrus. „Die Bundesärztekammer erstellt die Berufsordnung. Es würde Jahre dauern, bis man alle Aspekte begutachtet hätte. Soll es ein Arzt sein, der seinen Facharzt in Ayurveda macht oder wie soll es laufen? Wir haben eine strenge Ordnung als Ärzte, es muss seriös zugehen. Und die Kassen sind weit entfernt, die Kosten für eine solche Behandlung zu übernehmen.”
Reines Mietverhältnis
Auch St. Rochus-Geschäftsführer Thomas Tiemann spricht von einem reinen Mietverhältnis damals, „denn es war von Herrn Vallomtharayil kein Engagement mit nachvollziehbarem Geschäftsmodell. Wir wussten nicht, ist das ein reiner Hotelbetrieb oder wird da Medizin gemacht. Es war für uns überhaupt nicht überschaubar.”
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