Polizeibekannte Nachbarn streiten vor Gericht

Alte Bekannte im Gerichtssaal des Castrop-Rauxeler Amtsgericht: Bedrohung und Beleidigung stand diesmal in der Anzeige, die dem Strafrichter am Dienstag vorlag. Ankläger und Zeuge beschuldigten sich aber gegenseitig. Dabei ging es um viel Alkohol, 70 Euro, verlorene Gartenstühle und einen Tipp für den Bewährungshelfer.

Castrop-rauxel.. Schon häufiger gab es mit diesen Beteiligten Vorfälle bei der Polizei und vor Gericht. Diesmal hatte die 47-jährige Castrop-Rauxelerin den 53-Jährigen Nachbarn aus der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses angezeigt, sie im März beleidigt und mit dem Spruch "Ich stech' dich ab" bedroht zu haben.

"Stimmt nicht", konterte der Angeklagte. "Ich habe nur bei ihr geklingelt, weil ich endlich die 70 Euro wieder haben wollte, die ich ihr geliehen hatte. Und fragen, wo meine Gartenstühle sind." Da sei die Nachbarin, wie häufiger "total besoffen" gewesen. Was diese nicht so sah. Eine Freundin, die bei dem Vorfall anwesend war, bestätigte die Aussage der Klägerin. Vielmehr sei der Angeklagte stark betrunken gewesen, hieß es.

Gute alte Bekannte bei der Polizei

Weil sie sich bedroht fühlte, rief die 47-Jährige die Polizei, die die Adresse nur zu gut kennt. Immer wieder gebe es dort Einsätze. Zuletzt am Pfingstwochenende wegen Ruhestörung.

Im März hatten die Ordnungshüter ins Protokoll geschrieben, dass beide Parteien alkoholisiert gewesen seien, obwohl diese behaupteten, nüchtern gewesen zu sein.

Ganz nüchtern analysierten Staatsanwaltschaft und Richter die verfahrene Situation. Und stimmten darin überein, das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen. Obwohl der Angeklagte unter einer laufenden Bewährung stand.

Lösung: Neue Wohnung

An seinen Bewährungshelfer ging die Bitte, dem arbeitslosen Maurer bei der Bewilligung und der Suche nach einer anderen Wohnung zu unterstützen. Nur so könne dem immerwährenden Zoff unter den Mietparteien wahrscheinlich ein Ende gesetzt werden - und dem Gericht ein paar Verhandlungen erspart.