Parkplatz für CO2
24.03.2009 | 16:54 Uhr 2009-03-24T16:54:00+0100
E.On möchte eine Pilotanlage im alten Kraftwerksblock installieren.
Spätestens in drei Jahren soll das neue Megakraftwerk in Datteln Strom für die Region liefern. „Spätestens in vier Jahren geht der alte Block III vom Netz”, sagt Thomas Drewitz, Sprecher bei der Bezirksregierung Münster, die alle Baupläne, Änderungsanträge und sonstigen Vorhaben rund um das E.ON-Kraftwerk genehmigen muss.
Zurzeit kümmert sich die Bezirksregierung um die Pläne von E.ON, in dem alten Block III eine Pilotanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid aus dem Abgas des Kraftwerks zu installieren. Mitte Februar hatte das Energieunternehmen den Antrag gestellt. „Ziel der Anlage ist es, den Energieeinsatz zu reduzieren”, sagt Drewitz. Die Anlage solle lediglich getestet werden, um anschließend ins Ausland verkauft zu werden. Das Treibhausgas Kohlendioxid werde zunächst aus dem Abgas herausgefiltert, um es hinterher wieder in den Abgasstrom einfließen zu lassen.
In ganz Deutschland werden an unterschiedlichen Standorten zurzeit Techniken getestet, die die CO2-Immissionen reduzieren. Auch vor dem Hintergrund, dass die Firmen zukünftig über Zertifikate für den Ausstoß von CO2 vom Gesetzgeber zur Kasse gebeten werden.
Befürchtungen des BUND, dass E.ON über dieses Genehmigungsverfahren das alte Kraftwerk länger am Netz halten möchte, kann Drewitz nicht nachvollziehen. „Dieses Genehmigungsverfahren ist keine Legitimation für den Weiterbetrieb”, erläutert Drewitz.
„Nachteilige Umweltauswirkungen” aus dem Verfahren erwartet die Bezirksregierung – im Gegensatz zum BUND – nicht. Die Umweltschützer stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber, da ihrer Meinung nach die „CO2-Abscheidung sehr energieintensiv ist”. Die Wirkungsgrade der Kraftwerke – also die Effizienz der Energieumwandlung – verringerten sich um durchschnittlich zehn Prozent. „Wegen der Wirkungsgradverluste müsste für die gleiche Stromproduktion deutlich mehr Kohle abgebaggert werden – mit allen bekannten negativen Begleiterscheinungen”, sagt der BUND. Letztendlich, so der BUND, behindere die CO2-Abscheidung auch die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien.
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