Norbert Keller feiert Goldenes Priesterjubiläum

Mit einem engagierten Plädoyer für eine offene Kirche hat Pfarrer im Ruhestand Norbert Keller am Abend des Dreikönigsfestes in der Schutzengelkirche Frohlinde sein Goldenes Priesterjubiläum begangen. Der 76-Jährige hat noch mehr Grund zum Feiern: Am Donnerstag wird seine Mutter Maria - Castrop-Rauxels älteste Bürgerin - 104 Jahre alt.

Castrop-rauxel.. Der gebürtige Castrop-Rauxeler Norbert Keller war am 19. Dezember 1964, also gegen Ende des II. Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965), in Paderborn zum Priester geweiht worden und ist stark von dieser Reformphase geprägt worden. Der Jubilar war als Nachfolger von Hermann Inkmann von 1978 bis 2006 Pfarrer an St. Lambertus Castrop und ab 1995 auch Verwalter der Pfarrvikarie in Frohlinde.
"Die Kirche tut gut daran, ihre Grenzen zu weiten und ihre Türen zu öffnen, damit alle einen Zugang zur ihr haben", sagte Keller in seiner Predigt. "Wir dürfen nicht die Türen zu machen, sondern müssen sie öffnen", fügte er hinzu. Dabei lobte er mit Blick auf Köln die Gegenbewegung zu den islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen. Die Kirche, so Keller weiter, habe in der Vergangenheit zu häufig ausgegrenzt, dogmatisch wie auch kirchenrechtlich.

Die Geburt Jesu ist laut Keller gleichzeitig "der Beginn der Globalisierung des Glaubens". Gott sei von da an nicht mehr nur der Gott eines auserwählten Volkes Israels gewesen, sondern seine Botschaft gelte allen Menschen. Sprache, Herkunft und Kultur spielten keine Grenzen mehr.

"Reichtum der Kirche ist ihre Botschaft"

Gleichzeitig stellte Keller kritische Fragen im Hinblick auf die Gaben der Könige, insbesondere das Gold. "Der Reichtum der Kirche ist nicht Gold und Geld, der Reichtum der Kirche ist ihre Botschaft", stellte der 76-jährige Geistliche klar. An der Festmesse in der sehr gut besuchten Kirche, die Keller zusammen mit vier Amtsbrüdern sowie dem heimischen Diakon Josef Wefringhaus zelebrierte, nahm zur Freude des Jubilars auch seine Mutter Maria teil, die am Donnerstag im Seniorenzentrum St. Lambertus ihren 104. Geburtstag begeht. Auch beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal nahm Maria Keller teil.

Michael Wefringhaus vom Kirchenvorstand sowie einige andere Festredner würdigten in einer kurzen Feierstunde das Wirken des Jubilars. Er selbst hielt sich zurück und zitierte lediglich ein launiges Gedicht, das bereits bei seiner Primizfeier am 27. Dezember 1964 im Hildegardisheim vorgetragen worden war.