Munter und vor allem bunt
07.07.2010 | 17:36 Uhr 2010-07-07T17:36:00+0200
Castrop-Rauxel. Ein Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahres 2010 wird das Projekt „Still-Leben“ am Sonntag, 18. Juli, sein.
Das heißt im wahren und im übertragenen Sinne „Tischlein deck’ dich“ -- und zwar direkt auf der Fahrbahn der dann für den Verkehr gesperrten B1/A40. Auf einer Länge von rund 60 Kilometern darf dort -- natürlich nur an diesem Tag -- nach Herzenslust an einer Riesentafel gepicknickt und gespielt werden. Mit dabei ist auch Castrop-Rauxel, hat die Stadt doch zehn Tische für jeweils acht Personen reserviert und diese interessierten Bürgern zur Verfügung gestellt -- verbunden mit der Hoffnung, dass auch möglichst viele Besucher vorbeischauen.
Die Adresse hört sich technisch an, aber so ist das nun einmal bei Autobahnen, deren Strecken entsprechend nüchtern markiert sind: Bochum-Freudenbergstraße, Block 74, Kilometer 07.0, Tisch 1 bis 10“ -- das ist die Tages-Adresse der Stadt Castrop-Rauxel an diesem Tag auf der B1/A40. Auch wenn das Projekt „Still-Leben“ heißt, „an unseren Tischen wird es definitiv munter und vor allem bunt zugehen“, weiß die Kulturhauptstadtbeauftragte Nicole Fulgenzi.
Im Vorfeld stellte das Kulturhauptstadtbüro diese Tische der Stadt zur Verfügung, kostenlos. Und die wiederum reichte sie selbstverständlich für Mitmach-Aktionen an die Castrop-Rauxeler Bürger weiter. Dass die Europastadt-Tische nun auf Bochumer Terrain ihren Platz gefunden haben, ließ sich von der Stadt nicht steuern. „Wir sind zwar beteiligt“, sagt Kulturdezernent Michael Eckhardt, „aber nur geduldet. Bei dem Projekt haben wir überhaupt keine Mitsprache.“
Trotz der Entfernung zeigt sich der Beigeordnete glücklich, dass Bürger bei dem Projekt mitmachen. „Darüber freue ich mich sehr.“ Damit die Castrop-Rauxeler Abordnung auch erkannt wird, „werden wir für eine einheitliche Deko in Blau-Gelb sorgen“, sagt Fulgenzi. Sie vermisst allenfalls die Möglichkeit zu grillen. Doch die Regeln besagen eben, dass essensmäßig nur eine Verpflegung aus dem Rucksack erlaubt ist. Das wiederum sorgt aber glücklicherweise für einen familiären Rahmen, denn vor kirmeshafter Pommesbuden-Atmosphäre sind die Gäste des „Still-Lebens“ gefeit. Wer lecker Gerstensaft trinken will kann natürlich alle Register ziehen -- fast alle. Eckhardt: „Die Kiste Bier ist auf jeden Fall erlaubt, aber nur mit Plastikflaschen gefüllt.“
Fürs bunte, vielfältige Ambiente an den blau-gelben Tischen sorgt die Senioren- Walking-Gruppe um Gisela Schiez. Hier erfahren Interessierte alles rund ums Thema „schnelle Schritte“, „Aufwärm-Übungen“ und „Walking“. Selbstverständlich hat Gisela Schiez genügend Stöcke dabei, so dass ein kleiner Walk immer garantiert ist. Übrigens lädt die Walk-Gruppe außerhalb des „Still-Lebens“ immer dienstags um 10 Uhr und donnerstags um 16 Uhr ab Hallenbad zum Senioren-Walking ein. Rund 35 Aktive sind dann beim Parcours durchs Castroper Holz mit von der Partie. Schiez: „Ältere Menschen von 60 bis 90 Jahren sind herzlich willkommen. Unser Superstar Elionore Rensch ist bereits 90 Jahre alt und topfit.“
An gleich zwei Tischen wird der Bezirksverband der Kleingärtner den grünen Daumen hoch halten. Vorsitzender Stephan Bevc: „Unsere Frauengruppe präsentiert kostenlos Produkte aus dem Garten. Die Kindergruppe Spredey hilft beim Blumentopfbepflanzen, wobei die Töpfe zusätzlich angemalt werden können.“ Außerdem zeigen die Laubenpieper das Anlegen von Blumen- und Kräuterbeeten, es gibt Infotafeln, Tipps aus Expertenmund, eine Präsentation kleiner Alleebäume und eine Hollywoodschaukel „für die Castrop-Rauxeler Prominenz“, schmunzelt Bevc. Ebenfalls da: Fachberater Ralf Scheibel und Dieter Sebastian mit seiner Drehorgel.
Spiele und Kreatives für Eltern und Kinder bringt Sonja Hallermann mit. Sie fordert unter dem Motto „Kreativität fördert die Gemeinschaft und die Sinne“ zum Mitspielen auf. Dagmar Heberle und ihr Doppelkopfteam zeigen, worum es bei diesem Spiel geht. Und das ist doch ganz einfach: Die Dullen stechen die Füchse, und wenn Karlchen endlich gefangen ist gibt’s Miese...“
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