Missbrauchte Jungen müssen in den Zeugenstand

Der Angeklagte schweigt über die vorgeworfene Vergewaltigung. Daher müssen die mutmaßlichen Opfer nun in den Zeugenstand.
Der Angeklagte schweigt über die vorgeworfene Vergewaltigung. Daher müssen die mutmaßlichen Opfer nun in den Zeugenstand.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Weil der Angeklagte im Prozess um den Missbrauch dreier Jungen die Aussage verweigert, müssen nun die mutmaßlichen Opfer in den Zeugenstand.

Castrop-Rauxel/Dortmund.. Im Prozess gegen einen vorbestraften Sexualverbrecher, der in Castrop-Rauxel drei Jungen missbraucht haben soll, muss das Dortmunder Landgericht die mutmaßlichen Opfer tatsächlich als Zeugen vernehmen. Der Angeklagte legte am Dienstag nämlich kein Geständnis ab.

Der 33-jährige Lüdenscheider gibt zwar zu, sich im Internet als ein Mädchen namens Anna ausgegeben zu haben, um Kontakt mit Jungen zu knüpfen. Sexuelle Motive habe er dafür aber nicht gehabt. "Ich bin einfach sehr schüchtern", hieß es vielmehr in der Erklärung.

Angeklagter streitet Vorwürfe ab

Ende 2014 soll es dann auch tatsächlich zu mehreren Treffen mit drei Jungen aus Castrop-Rauxel gekommen sein. "Wir waren im Schwimmbad und auch oft spazieren", räumt der Angeklagte ein. Dass er dabei jedoch mehrmals handgreiflich geworden sein soll, sei eine Erfindung der Jungen. "Ich kann mir nicht erklären, wie sie dazu kommen, so etwas zu behaupten", hieß es.

Der Vorsitzende Richter Ulf Pennig blickte dem vorbestraften Angeklagten anschließend tief ins Gesicht. "Sie riskieren eine Menge", ließ er den 33-Jährigen wissen. Denn sollten die Richter am Ende des Prozesses trotzdem von der Schuld des Angeklagten überzeugt sein und eben kein Geständnis strafmildernd werten können, müsste der Lüdenscheider wohl mit einer längeren Haftstrafe rechnen.