Mieterverein rät: Initiative gegen Vivawest gründen

24 Häuser will Vivawest in Ickern abreißen - sehr zum Unmut der Mieter. Denn im schlimmsten Fall droht ihnen die Kündigung. Auf einer Versammlung mit dem Mieterverein Dortmund machten seine Anwälte jetzt deutlich: Käme es zu einem Rechtsstreit, müssten die Betroffenen viel Geduld mitbringen.

Ickern.. In der Prognose waren sich die beiden Vertreter des Mietervereins Dr. Tobias Scholz und Rechtsanwalt Martin Grebe einig.Die 19 Mietparteien der 24 zum Abriss vorgesehenen Objekte in den Straßen "Am Sonnenschein" und "Stettiner Straße" waren bei der Versammlung in der Barbara-Hütte stark vertreten. Es kamen aber auch Nachbarn aus den Aapwiesen, die ebenfalls Vivawest-Mieter sind.

Sammelklage nicht möglich

Rechtsanwalt Martin Grebe zeigte einen Weg auf, den die Mieter gehen können: sich als Mieterinitiative aufzustellen. Dadurch könnten sie gemeinsam größeren Druck ausüben, aber auch den persönlichen Ansatz verfolgen. Eine Sammelklage etwa sei nicht möglich.

Das Ziel, das dahinter steht, ist klar: Es geht um bessere Konditionen für die Mieter oder eben den Erhalt von einigen Häusern. Die zwölf Einheiten am Sonnenschein sollen marode sein, von den zwölf Häuschen an der Stettiner Straße aber soll nur eins eine Schieflage und wohl irreparable Risse aufweisen.

Mieter sehen sich an der Nase herumgeführt

Weshalb sich die Betroffenen aus den Aapwiesen auch an der Nase herumgeführt sehen. "Die Angebote sind lächerlich", erzürnte sich ein Betroffener und eine zweite Mieterin schimpfte: "Den Mietspiegel bis aufs Letzte ausreizen, aber uns dann in Ställen hausen lassen." Bei den bisherigen Kontakten des Mieterbundes mit Vivawest hat sich das Wohnungsbauunternehmen auf die bekannte Argumentation zurückgezogen: Der Sanierungsaufwand sei zu hoch und die Häuser wirtschaftlich nicht mehr rentabel.

Rechtsanwalt Martin Grebe: "Die Rede ist von Torflinsen im Boden, aber das Gutachten hat man uns nicht zur Verfügung gestellt und die genauen Kosten kennen wir auch nicht." Grundsätzlich will sich der Mieterverein weiter einschalten, für Freitag kommender Woche sind Hausbesuche vor Ort terminiert. "Wir bieten an, dass wir Sie vertreten", erklärte Tobias Scholz, der wohnungspolitische Sprecher des Mietervereins. Es sei allerdings begrüßenswert, wenn sich einige dem Verein anschlössen.

Vivawest will Ersatzwohnungen anbieten
Kündigungen haben die Mieter bislang nicht bekommen. Vivawest hat angekündigt, Ersatzwohnungen im eigenen Bestand anzubieten. Das ist in mehreren Fällen auch schon geschehen.Eine Mieterin hat eine Lösung gefunden, neun Mieter gaben bei der Mieterversammlung an, am liebsten in der alten Wohnung bleiben zu wollen, sechs Parteien würden ausziehen, wenn die Konditionen okay wären.Eine Kaufoption, so einige Mieter übereinstimmend, hätten sie nicht ziehen können, obwohl dies zugesagt worden sei.Die gestaffelten Kündigungsfristen für die Wohnobjekte enden bei einem Jahr.