Mieter-Initiative will gegen Häuser-Abriss kämpfen

Zehn Mieter der vom Abbruch bedrohten Häuschen im Castrop-Rauxeler Stadtteil Ickern haben sich jetzt zur Mieter-Initiative Stettiner Straße zusammen getan. Um die Schlagkraft gegenüber dem Eigentümer, dem Wohnungsbauunternehmen Vivawest, zu erhöhen. Aber auch, um gezielt Aktionen auf den Weg zu bringen.

Ickern.. "Wir wollen gemeinsam gegen den Abriss kämpfen", sagt Volker Buckenleib, einer der betroffenen Mieter. Die Unterstützung des Mietervereins Dortmund und Umgebung, der unlängst zu einer ersten Mieterversammlung in die Barbara-Hütte eingeladen hatte, ist der Initiative gewiss. "Wir sind am Ball", erklärte Rechtsanwalt Martin Grebe vom Mieterverein.

Er selbst hat sich die Häuser in Habinghorst und in den Aapwiesen mittlerweile angesehen. Am Sonnenschein allerdings nach eigenem Bekunden mit drei Mietparteien nur von draußen. An der Stettiner Straße hingegen sei er auch in mehreren Häuschen gewesen. Sein Urteil: "Die Bewertung von Vivawest, dass es keine Alternative zum Abriss gebe, kann ich nicht nachvollziehen", erklärt er.

Mit Ausnahme eines einzigen leergezogenen Hauses seien die Wohneinheiten intakt, alte Risse außen in der Fassade zugemacht und schon lange nicht weiter verbreitert. "Und man sieht, wieviel die Mieter in ihre Häuschen gesteckt haben - an Geld und Arbeit", so Grebe.

Vivawest gibt Gutachten nicht weiter

Ein weiteres Gespräch mit Vivawest habe nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt, das von dem Wohnungsbauunternehmen zitierte Gutachten zu bekommen. Oder wenigstens Auszüge zum Nachlesen. Wie berichtet, hat Vivawest sich auf einen Gutachter zurückgezogen mit der Aussage, eine Sanierung der Häuser lohne sich wirtschaftlich nicht, weil die Schäden substanzgefährdend seien.

Bei dem einen leer gezogenen Haus möchte Grebe nicht ausschließen, dass zwei eng daran stehende Bäume mit ihrem Wurzelwerk vielleicht für die Schäden verantwortlich sein könnten. In dieser Woche will der Mieterverein laut Grebe einen neuen Anlauf unternehmen und in ein weiteres Gespräch mit Vivawest führen.

Unterschriftensammlung geplant

Noch vor etwa drei Jahren jedenfalls, so Grebe, habe das Unternehmen offenbar eine andere Planung verfolgt. Bei der Parzellierung der Grundstücke sei es möglicherweise um einen Verkauf gegangen. Dazu muss man allerdings wissen, dass die THS als Vorläufer von Vivawest viele Häuser in den Aapwiesen privatisiert hat. Die Mieter-Initiative hat als nächste Schritte die Einbindung der Politik und eine Unterschriften-Aktion auf der Agenda.

Vivawest hat den Mietern bislang nicht gekündigt, sondern bietet ihnen Ersatzwohnungen im eigenen Bestand an sowie Erstattung der Umzugskosten.Ein Abbruchtermin sei nicht vor Ende dieses Jahres vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung.


Am Sonnenschein sollen die Häuser 2 bis 12 und 9 bis 19 abgerissen werden, an der Stettiner Straße die Häuser von 24 bis 46.Das Unternehmen Vivawest ist aus dem Zusammenschluss von Evonik Immobilien und THS (Treuhandstätten) hervorgegangen.