"Meilenstein" für das Hospiz
03.01.2008 | 21:15 Uhr 2008-01-03T21:15:05+0100Sechs Jahre nach Gründung der Grümer-Stiftung reichte der Förderverein gestern den Bauantrag für das Sterbehaus an der Hubertusstraße ein. 20 Pflegekräfte sollen zwölf "Gäste" rund um die Uhr betreuen
Auf diesen Tag haben sie seit der Gründung der Stiftung 2001 hingearbeitet: Dem Vorsitzenden des Fördervereins, Ralf Sprave, war es vorbehalten, gestern den Bauantrag für das Elisabeth-Hospiz Frohlinde im Rathaus einzureichen.
"Für uns ist das ein Meilenstein. Jetzt beginnt die heiße Phase", rechnet der Chef des Pflegedienstes an der Dortmunder Straße in den nächsten Monaten mit einer zügigen Bearbeitung in der Verwaltung. Im Sommer könne Baubeginn sein; die Eröffnung sei im Frühjahr 2009 zu erwarten.
3 700 qm umfasst das Grundstück an der Hubertusstraße, das Elisabeth Grümer als Schenkung eingebracht hat. Der Förderverein treibt seither die Planungen voran, akquiriert Spenden und Zuwendungen und qualifiert ehrenamtliche Betreuer (bisher 39). "Zwar haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Mitgliederzahl von jetzt 100 auf 500 zu erweitern. Doch die Finanzierung des 1,8-Mio.-Euro-Projektes ist schon jetzt gesichert", betont Ralf Sprave.
Die Behörden haben laut Sprave " grünes Licht für den Bau im Landschaftsgebiet gegeben". Die fällige Ersatzpflanzung von 50 Bäumen will der Verein auf einem separaten Grümer-Areal (1 000 qm) an der Stadtgrenze Dortmund vornehmen. Um die Stiftung zu entlasten, sollen Bürger als Paten gewonnen werden.
Betrieben von Konstantin Boulbos' Geros GmbH (Seniorenwohnpark am Stadtgarten), sollen im Hospiz zwölf "Gästezimmer" für Sterbende und ein Raum für Angehörige eingerichtet werden. Der Bedarf sei riesig; schon jetzt gebe etliche Anfragen. Sprave: "NRW ist mit 51 stationären Hospizen unterversorgt. Derweil sind immer weniger Menschen willens bzw. in der Lage, ihre sterbenden Familienmitglieder daheim zu versorgen."
Auch für den Arbeitsmarkt sei das Sterbehaus von hoher Bedeutung. "Vorgesehen ist eine 1:1-Betreuung rund um die Uhr. Dazu bedarf es 20 Pflegekräften in Voll- und Teilzeit", kündigt Ralf Sprave an.
Weiterer Pluspunkt: Das Frohlinder Hospiz soll auch als Zentrum für Palliativ-Medizin (Schmerzlinderung) fungieren. Pfleger und Ärzte sollen hier aus- und fortgebildet werden. Kooperationen mit der Universität Herdecke und dem Rochus-Hospital werden angestrebt. "Eine Fachhochschule für Gesundheit würde sich ideal einpassen", berichtet Ralf Sprave, der daher auch Gründungsmitglied des Initiativkreises für die FH ist.
www.stiftung-hospiz.de
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