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Marktplatz aufforsten

02.10.2012 | 18:44 Uhr
Marktplatz aufforsten
Baumbestand am alten Markt am Dienstag, 02.10.2012 Castrop - Rauxel, Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPoolFoto: GATZMANGA, Karl

Castrop-Rauxel. Die Grünen wollen den Marktplatz in der Altstadt zu einem wichtigen stadtbildprägenden Platz entwickeln.

Mehr und größere Bäume - das setzen die Grünen als eine von vielen Ideen für die Neugestaltung des Marktplatzes in der Altstadt. „Im Zentrum der Umgestaltung steht eine Aufforstung des Marktplatzes“, sagt der Umweltausschussvorsitzende Udo Weber im Gespräch mit unserer Zeitung. Ziel: Das Erreichen einer verbesserten Aufenthaltsqualität „und zwar für alle Bevölkerungsschichten, egal ob jung oder alt“. Und Dr. Bert Wagener, Fraktionsvorsitzender, ergänzt: „Wir wollen den Platz als Platz erkennbar machen und den Einzelhandel stärken.“

30 bis 40 Parkplätze entfallen

Dazu müssten allerdings 30 bis 40 Parkplätze der über 100 bisher dort vorhandenen wegfallen. So soll jeweils eine Baumreihe im Süden, Westen und Osten den Platz umrahmen. Denn zu einem attraktiven Platz gehörten stattliche Bäume hinzu, weshalb die Grünen auch auf eine Neupflanzung setzen. 40 Zentimeter Plus sollten die Stämme im Durchmesser haben, große Kronen ausbilden und bereits beim Einpflanzen fünf bis sechs Meter hoch sein.

Weber: „Da gehören richtige, stattliche Bäume hin wie beispielsweise die Stadtlinde, die durch großräumige Baumbeete vernünftige Entwicklungschancen haben.“ Natürlich kosteten so große Bäume Geld, doch wolle man die Bürger zu Spenden hierfür aufrufen und selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Weber: „Drei Stück würden wir pflanzen, auch wenn sie anderthalbtausend Euro je Stück kosten.“

Bäume verbessern Stadtklima

Neben der besseren Gestaltung durch diese Bäume versprechen sich die Grünen auch eine Verbesserung des Stadtklimas.Wagener: „Dies ist insbesondere bei den zunehmend heißen Sommern sinnvoll, stelle doch Bäume einen wichtigen Baustein für das Microklima dar.“ Im östlichen Bereich sei dies nicht problematisch, da die dort vorhandene Baumreihe eh wegen der EUV-Kanalarbeiten weg müsste. Im Süden ginge es ebenfalls problemlos, und im Westen, da müssten eben die vorhandenen Linden gefällt werden, denen von Fachleuten sowieso nur eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren bescheinigt würden. Weber: „Wir sind keine Ökologieromantiker.“ Wenn hinterher großkronige Bäume gepflanzt würden, dann müsse man eben darüber nachdenken, diese Bäume auszutauschen.

Weitere grüne Ideen: Der Reiterbrunnen soll von einem „Stadtwald“ umgeben werden, um das Denkmal zu betonen. Doppelseitige Sitzmöglichkeiten und Kinderspielmöglichkeiten würden an dieser Stelle den Platz noch erlebbarer machen. Der Wochenmarkt als Treffpunkt müsse unbedingt erhalten und gestärkt werden. Der Weg dahin: „Wir wollen alle mitnehmen, Einzelhändler und Bürger“, sagt Weber.

Die Grünen haben auch ihre Vorstellungen zu einem weiteren heißen Eisen, einem Café zur Belebung des Marktplatzes. Dr. Bert Wagener: „Wir sind gegen einen Solitär, einen Neubau, setzen auf ein Café im Bestand.“ Die Lage sollte auf der Sonnenseite des Platzes sein, also vor/in Borgerdings Kinderabteilung oder der Sparkasse. „Ein vorhandenes Gebäude mit vorgelagertem Außenbereich wäre optimal.“

Grundsätzlich interessant sei die Idee, findet Daniel Borgerding, aber „überhaupt nicht umsetzbar“. So habe seine Kinderabteilung gerade 90 Quadratmeter. Benötigt würden für ein Café mit Innen- und Außenbereich, mit Toiletten und Küche, mit Stellplätzen für die Außenbestuhlung im Winter etc. rund 200 bis 250 qm. Borgerding: „Meine Räumlichkeiten an der Sonnenseite sind da nicht geeignet. Es bliebe dort allenfalls Platz für zwei Tische für sechs Personen.“

Die Stadtverwaltung lädt am Donnerstag, 4. Oktober, um 19.30 Uhr in die Aula des ASG, Leonhardstraße 8, ein, um über die Umgestaltung des Castroper Altstadtmarktes zu informieren und zu diskutieren. Zu Beginn stellt Martin Oldengott, Leiter des Bereichs Stadtentwicklung, die verschiedenen städtebaulichen Pläne und Maßnahmen der Marktplatzumgestaltung vor. Die Fachhochschule Dortmund präsentiert einige studentische Entwürfe, die zeigen, wie ein Café auf dem Altstadtmarkt integriert werden könnte. Anschließend trägt Philipp Röhnert, Leiter des Bereichs Stadtplanung und Bauordnung, die Standortalternativen eines Marktcafés vor. Heiko Dobrindt, Technischer Beigeordneter, moderiert.

Gerhard Römhild


Kommentare
02.10.2012
19:55
Marktplatz aufforsten
von fiddi | #1

Tendeziell entspricht die Vorstellung der Umgestaltung auch meiner pers. Planvorstellung. Ich hätte schon vor vielen Jahren immer wieder daran gedacht zu versuchen den unteren bereich des hauses Boecker zum "Marktcafe" umzugestalten. Das ist schon seit nahezu 20 Jahren meine Vorstellung. Dann darf der "Platz" auch als Platz bestehen und muss nicht Multifunktionalität besitzen; schon gar nicht Kfz-Parkplatz im ganzen. Der Platz muss durch Umgestaltung bzw. Neugestaltung mehr in die Mitte gerückt werden und Platz sein dürfen. Zudem das Marktcafe und platztypischen Attraktionen ...das ist es! Wir benötigen m.E. keinen Neubau dort! Der Platz muss gestaltet werden und einfach da sein dürfen! Die Aufenthaltsqualität soll sich auch durch die "Geschäfte u. Anwohner" ergänzen!

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