Mann soll Jungen in "Porno-Falle" gelockt haben

Foto: dpa
Ein Mann aus Castrop-Rauxel soll zwei Nachbarsjungen missbraucht haben. Vor dem Landgericht Dortmund gab der 55-Jährige die Vorwürfe erstmals zu.

Castrop-Rauxel.. Die Anklage der Staatsanwaltschaft geht auf die Jahre 2010 bis 2011 zurück. In dieser Zeit waren die zwei minderjährigen Brüder häufiger in der Wohnung des Angeklagten in Rauxel zu Gast. Auch über Nacht. Denn am Wochenende kam damals auch regelmäßig der gleichaltrige Sohn des getrennt von seiner Frau lebenden 55-Jährigen zu Besuch.

Knallharte Horror- und Pornofilme

Laut Anklage kam es Sommer 2010 und 2011 zu mindestens vier Missbrauchstaten. Einmal in einem Zelt im Garten, dreimal auf der Couch vor dem Fernseher. Der 55-Jährige, der häufig nur mit Unterhemd und Boxershorts zu Hause rum gelaufen sein soll, soll den Jungen erst knallharte Horror- und Pornofilme gezeigt, dann soll er ihnen in die Hosen gegriffen und sie zu sexuellen Handlungen angestachelt haben.

Obwohl die zwei Brüder bereits 2011 mit ihren Eltern zur Polizei gegangen waren, mussten sie fast drei Jahre warten, bis sich im Juni 2014 das Dortmunder Jugendschöffengericht erstmals mit den Vorwürfen beschäftigte. Der Angeklagte schwieg in erster Instanz, wurde aber letztlich - maßgeblich gestützt auf die belastenden Aussagen der zwei Brüder - zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem muss er laut Urteil 1500 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

Berufung eingelegt

Weil der Angeklagte dagegen Berufung eingelegt hat, beschäftigt sich seit Donnerstag das Dortmunder Landgericht mit dem Fall. Zum Prozessauftakt vor der 31. Jugendschutzkammer gab der 55-Jährige die im ersten Urteil festgeschriebenen Taten nach Beratung mit seinem Verteidiger Tobias Falk erstmals indirekt zu.

Das Gericht hatte ihm für den Fall eines Geständnisses Hoffnung auf eine Abmilderung des Urteils auf eine zweijährige Bewährungshaftstrafe gemacht. Das nahm der Angeklagte zum Anlass, zu erklären, dass die zwei Jungen kein weiteres Mal als Zeugen aussagen müssen.

Das Berufungsurteil soll nun voraussichtlich am 22. Mai gesprochen werden.

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