Das aktuelle Wetter Castrop-Rauxel 10°C
Demografischer Wandel

Macht die Preisschilder größer!

18.06.2012 | 09:00 Uhr
Macht die Preisschilder größer!
Der Arbeitskreis Generationenfreundliche Kommune informiert am Samstag in der Altstadt.

Castrop-Rauxel.   Wie sieht die Stadt Castrop-Rauxel in 20 Jahren aus, wie funktioniert dann hier das Leben? Darüber wollte der Arbeitskreis Generationenfreundliche Kommune Samstag in der Altstadt mit interessierten Bürgern ins Gespräch kommen.

Längst hat die Bevölkerungspyramide offenbart: Die Gesellschaft befindet sich im Wandel, im demografischen Wandel, der eine Herausforderung darstellt und zudem Weitsicht erfordert. Es besteht Handlungsbedarf, konstatiert der Arbeitskreis „Generationenfreundliche Kommune“, der sensibilisieren und zugleich den Dialog zwischen Jung und Alt fördern möchte. Es geht darum, Verständnis für die Bedürfnisse der Generationen zu wecken – als Basis für die gemeinsame Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Am Samstag suchte der Arbeitskreis auf dem Lambertusplatz das Gespräch mit den Bürgern. An einem Infostand erläuterten die Mitglieder ihre Ziele. „Die zentralen Themen sind derzeit die Bereiche Wohnen und Einkaufen“, erklärte der Sprecher des Arbeitskreises Rüdiger Landsiedel.

Den Einzelhandel mit einbinden

So sehen er und seine Mitstreiter die Notwendigkeit, dass sich der Einzelhandel künftig stärker auf die Bedürfnisse ältere Menschen einstellt. „Geschehen kann das zumeist mit ganz einfachen Dingen, die noch nicht mit Kosten verbunden sind“, betonen Rüdiger Landsiedel und Thomas Rinkenmacher. „Man könnte die Preisschilder größer machen, durch die Anordnung der Regale die Gänge in Geschäften verbreitern, so dass auch Menschen mit Rollstuhl ohne Probleme einkaufen können“, nennt Rinkenmacher Beispiele.

Barrierefreiheit sei auch das Stichwort der Wohungswirtschaft. „Eine Forderung muss sein, dass das Land Fördermittel bereit stellt, um in den Bestand zu investieren“, so der Demografiebeauftragte der Stadt Klaus-Dieter Wagner.

Zudem, fügte Rüdiger Landsiedel hinzu, sei es wichtig, dass keine Ghettoisierung der Älteren erfolge. Mehrgenerationenwohnen sei ein Modell der Zukunft – Jung und Alt könnten sich begegnen, voneinander profitieren und einander besser verstehen. Um derartige Infrastrukturen zu schaffen, hat der Arbeitskreis angeregt, Kräfte zu bündeln: Bereits im März hatte er einen Antrag auf Gründung eines Generationenbeirates gestellt (wir berichteten). Im September soll dieses Anliegen laut Landsiedel Thema im Ausschuss für Jugend, Schule und Soziales sein. „Mit dem Vorsitzenden, Herrn Behrenspöhler, haben wir jüngst ein Gespräch geführt.“

In dem Antrag geht es um die Zusammenführung bestehender Gremien. Der neue Beirat soll als Klammer fungieren. Angehören sollen ihm 24 ständige Vertreter, davon 18 stimmberechtigte. Die Besetzung: der Bürgermeister oder sein Stellvertreter, sieben engagierte Castrop-Rauxeler und jeweils zwei Vertreter des Seniorenbeirats, des Beirates für Menschen mit Behinderung, des Kinder- und Jugendparlaments, des Arbeitskreises „Generationenfreundliche Kommune“ sowie des Integrationsrates. Hinzu kommen sechs nicht-stimmberechtigte Mitglieder sowie die Fachvertreter.

„Die einzelnen Gremien sollen natürlich weiterhin bestehen bleiben“, so Landsiedel. Die Gründung eines Generationenbeirates solle zudem auch erst 2014 erfolgen. „Wir erhoffen uns davon, dass nicht mehr jeder für sich arbeitet, sondern dass man viel intensiver miteinander ins Gespräch kommt.“

Sabina Latterner



Kommentare
Aus dem Ressort
So viele Menschen kommen in die Castroper Altstadt
IHK zählt Passanten
Der boomende Internethandel hier, große Einkaufszentren dort. Trotzdem ist die Castroper Altstadt immer noch gut besucht. Das hat die IHK bei einer Passantenzählung herausgefunden. Wir zeigen und erklären die Ergebnisse.
Viktualienmarkt lockte tausende Besucher in die City
Strahlender Sonnenschein
Rappelvolle Fußgängerzone, hochzufriedene Händler: Der verkaufsoffene Sonntag am letzten Tag des Viktualienmarktes in Castrop war ein Tag der Superlative, was nicht zuletzt an den sommerlichen Temperaturen lag. Tausende Castrop-Rauxeler waren mit ihren Familien in die City gekommen.
Priester aus Castrop-Rauxel predigte im ZDF
Fernsehgottesdienst
Der aus Castrop-Rauxel stammende Geistliche Nils Petrat, derzeit Studierendenpfarrer in Paderborn, hat am Sonntag zusammen mit dem Rektor der dortigen Katholischen Universität den ZDF-Fernsehgottesdienst zelebriert. Hier geht es auch zum Video.
Jugendliche setzen sich mit Judentum auseinander
Bildungsreise nach Berlin
Sie sprechen vom Shabbat, von koscherem Essen oder von der Bar-Mitzwa-Feier: In Berlin befassten sich Jugendliche aus der Region mit der deutsch-jüdischen Geschichte. Zu der speziellen bildungspolitschen Fahrt hatte sie der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe eingeladen. Hier gibt es Fotos und...
So freuten sich die Kinder über ein neues Kuscheltier
Aktion Kuscheltonne in...
Drei Wochen lang hatten Castrop-Rauxeler Bürger Kuscheltiere und Spielzeug für bedürftige Kinder gesammelt - jetzt wurden die Spenden verschenkt: Wir waren bei der Spielzeugausgabe der Aktion Kuscheltonne dabei und haben niedliche Kuscheltiere und glückliche Kinder fotografiert.
Fotos und Videos
So sah die Spielzeugausgabe bei der Aktion Kuscheltonne aus
Bildgalerie
Fotostrecke
Der Castroper Viktualienmarkt 2014
Bildgalerie
Fotostrecke