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Demografischer Wandel

Macht die Preisschilder größer!

17.06.2012 | 17:26 Uhr
Macht die Preisschilder größer!
Der Arbeitskreis Generationenfreundliche Kommune informiert am Samstag in der Altstadt.

Castrop-Rauxel.   Wie sieht die Stadt Castrop-Rauxel in 20 Jahren aus, wie funktioniert dann hier das Leben? Darüber wollte der Arbeitskreis Generationenfreundliche Kommune Samstag in der Altstadt mit interessierten Bürgern ins Gespräch kommen.

Längst hat die Bevölkerungspyramide offenbart: Die Gesellschaft befindet sich im Wandel, im demografischen Wandel, der eine Herausforderung darstellt und zudem Weitsicht erfordert. Es besteht Handlungsbedarf, konstatiert der Arbeitskreis „Generationenfreundliche Kommune“, der sensibilisieren und zugleich den Dialog zwischen Jung und Alt fördern möchte. Es geht darum, Verständnis für die Bedürfnisse der Generationen zu wecken – als Basis für die gemeinsame Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

Am Samstag suchte der Arbeitskreis auf dem Lambertusplatz das Gespräch mit den Bürgern. An einem Infostand erläuterten die Mitglieder ihre Ziele. „Die zentralen Themen sind derzeit die Bereiche Wohnen und Einkaufen“, erklärte der Sprecher des Arbeitskreises Rüdiger Landsiedel.

Den Einzelhandel mit einbinden

So sehen er und seine Mitstreiter die Notwendigkeit, dass sich der Einzelhandel künftig stärker auf die Bedürfnisse ältere Menschen einstellt. „Geschehen kann das zumeist mit ganz einfachen Dingen, die noch nicht mit Kosten verbunden sind“, betonen Rüdiger Landsiedel und Thomas Rinkenmacher. „Man könnte die Preisschilder größer machen, durch die Anordnung der Regale die Gänge in Geschäften verbreitern, so dass auch Menschen mit Rollstuhl ohne Probleme einkaufen können“, nennt Rinkenmacher Beispiele.

Barrierefreiheit sei auch das Stichwort der Wohungswirtschaft. „Eine Forderung muss sein, dass das Land Fördermittel bereit stellt, um in den Bestand zu investieren“, so der Demografiebeauftragte der Stadt Klaus-Dieter Wagner.

Zudem, fügte Rüdiger Landsiedel hinzu, sei es wichtig, dass keine Ghettoisierung der Älteren erfolge. Mehrgenerationenwohnen sei ein Modell der Zukunft – Jung und Alt könnten sich begegnen, voneinander profitieren und einander besser verstehen. Um derartige Infrastrukturen zu schaffen, hat der Arbeitskreis angeregt, Kräfte zu bündeln: Bereits im März hatte er einen Antrag auf Gründung eines Generationenbeirates gestellt (wir berichteten). Im September soll dieses Anliegen laut Landsiedel Thema im Ausschuss für Jugend, Schule und Soziales sein. „Mit dem Vorsitzenden, Herrn Behrenspöhler, haben wir jüngst ein Gespräch geführt.“

In dem Antrag geht es um die Zusammenführung bestehender Gremien. Der neue Beirat soll als Klammer fungieren. Angehören sollen ihm 24 ständige Vertreter, davon 18 stimmberechtigte. Die Besetzung: der Bürgermeister oder sein Stellvertreter, sieben engagierte Castrop-Rauxeler und jeweils zwei Vertreter des Seniorenbeirats, des Beirates für Menschen mit Behinderung, des Kinder- und Jugendparlaments, des Arbeitskreises „Generationenfreundliche Kommune“ sowie des Integrationsrates. Hinzu kommen sechs nicht-stimmberechtigte Mitglieder sowie die Fachvertreter.

„Die einzelnen Gremien sollen natürlich weiterhin bestehen bleiben“, so Landsiedel. Die Gründung eines Generationenbeirates solle zudem auch erst 2014 erfolgen. „Wir erhoffen uns davon, dass nicht mehr jeder für sich arbeitet, sondern dass man viel intensiver miteinander ins Gespräch kommt.“

Sabina Latterner

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