Lösung im Sinne der Kinder finden
11.05.2011 | 18:04 Uhr 2011-05-11T18:04:00+0200
Castrop-Rauxel.Die Erste Beigeordnete Petra Glöß sprach es ganz offen aus: „Wir stehen derzeit ohne ein sinniges Konzept vor dieser Situation.“
Glöß sagte das im Hinblick auf die Schulentwicklung im Norden, im Hinblick auf die sinkenden Schülerzahlen. „Bei den Zehn- bis 16-Jährigen werden wir in den kommenden neun Jahren einen Rückgang von mehr als 30 Prozent haben“, so die Dezernentin. Und die Demografie, sie wirke sich nun mal unmittelbar auf das Schulsystem aus.
Jene Ausführungen dürften für die knapp 50 Anwesenden bei der Informationsveranstaltung in der Franz-Hillebrand-Hauptschule am Dienstagabend jedoch nichts Neues gewesen sein. Sie wissen um die Situation der Lehranstalt an der Uferstraße, wissen allerdings nicht, wie es nun weiter gehen kann - genauso wenig wie Politik und Verwaltung.
„Keiner hier im Raum kennt die optimale Lösung“, sagte der Leiter der Franz-Hillebrand-Hauptschule, Peter Braukmann. Deshalb, ergänzte er, sei der Zeitfaktor auch so wichtig.
Ein Jahr haben er und seine beiden Amtskollegen der Fridtjof-Nansen-Realschule und der Janusz-Korczak-Gesamtschule nun Zeit, um gemeinsam mit Experten und im steten Dialog mit den Eltern ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln. Das soll bis September 2012 stehen und ab dem Schuljahr 2013/2014 gültig sein. Bis dahin bleibt es noch beim Status quo.
„Wir verschließen uns nicht vor Veränderungen“, betonte Peter Braukmann und signalisierte damit seine Kooperationsbereitschaft. „Aber uns ist es dabei auch wichtig, dass auf die Schüler geachtet wird, wir müssen auch weiterhin möglich machen können, ihnen gute Chancen zu bieten“, so Braukmann weiter. Somit bedürfe es eines Konzeptes, das dem besonderen Lernumfeld, das Hauptschüler benötigen, gerecht werde.
Wie das aussehen wird, bleibt weiterhin unklar. Allerdings schienen einige auf dem Podium und auch im Plenum die Gemeinschaftsschule zu favorisieren - jedenfalls waberte die Umschreibung dieses Modells am Dienstagabend durch die Mensa. Dagegen wiederum argumentierten die beiden FWI-Politiker Manfred Postel und Herrmann Bohle. Die Hauptschule mit ihren guten und effektiven Förderstrukturen müsse als solche erhalten bleiben.
Genauso sehen es wohl auch die betroffenen Eltern, die mittlerweile über 5000 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung an der Uferstraße gesammelt haben. Sie fragen sich, „wie man ein Konzept einer anderen Schule aufstülpen soll“. Eine der Anwesenden fand zum Abschluss der Diskussion dann aber doch beschwichtigende Worte: „Wie das Kind hinterher heißt, ist egal“, brachte sie die „Stadtteilschule“ ins Gespräch. „Die Verwaltung ist bereit, uns Zeit zu geben, vertrauen wir also darauf, dass die Schulleiter gemeinsam einen Weg für den Norden finden, wir haben es in der Hand und das ist auch gut so.“
Petra Glöß untermauerte: Ein Scheitern sei nicht vorgesehen. Am Ende müsse die Lösung stehen - voraussichtlich mit zwei Standorten.
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