Liebevolle Begleitung
28.06.2010 | 16:56 Uhr 2010-06-28T16:56:00+0200
Castrop-Rauxel. Ein menschenwürdiges Sterben zu Hause in liebevoller Begleitung ermöglichen - das ist Sinn und Zweck des ambulanten Hospizdienstes der Caritas.
Unter dem Motto „Da sein, Zeit schenken“ hat der Dienst es sich zur Aufgabe gemacht, dass „niemand auf dem letzten Weg einsam ist“, sagt Koordinatorin Sabine Kabzinski. Doch dafür braucht es Mitwirkende. Menschen, die bereit sind, Schwerkranke und Sterbende zu begleiten.
Eine Tätigkeit, die man lernen kann. Deshalb bietet der Caritasverband einen „Befähigungskurs für die ehrenamtliche Hospizarbeit im häuslichen Bereich“ an, der an acht Donnerstagabenden und einem Samstag in den Monaten September bis November stattfindet. Im Vorfeld können sich Interessierte im Rahmen von zwei Abenden am Donnerstag, 1. Juli, und am Donnerstag, 2. September, jeweils um 19 Uhr, in der Geschäftsstelle der Caritas am Lambertusplatz 16 über das Thema informieren. Referentinnen sind Koordinatorin Sabine Kabzinski und Ingrid Holtkötter-Schulz, Mitarbeiterin im Hospiz am Bruder-Jordan-Haus in Dortmund.
„Natürlich ist Sterbebegleitung ein ernstes Thema“, weiß Kabzinski, „aber wir möchten möglichst viele Menschen begeistern, auf diesem Weg zu gehen“. Seit sieben Jahren gibt es die ambulante Hospizarbeit, seit fünf Jahren ist Kabzinski dabei. 20 Mitarbeiter stark ist das eng zusammen arbeitende Team, das sich aus 17 Frauen und drei Männern zusammen setzt. Dabei reicht die Altersbandbreite von Anfang 40 bis über 70.
„Jeder Mensch hat seine Stärken“, sagt Kabzinski und ergänzt: „Wir brauchen viele Menschen mit unterschiedlichen Gaben und Begabungen.“ Ein bis zwei Stunden sind die ehrenamtlichen Begleiter wöchentlich im Einsatz. Dabei gilt ihre Zuwendung allen, unabhängig von Glaube, Konfession, Kultur und Weltanschauung.
Die Begleiter besuchen die Kranken und ihre Angehörigen zu Hause, haben dort Zeit für sie. Kabzinski: „Wer sich für diesen Dienst entscheidet, der erfährt, dass Sterben ein Teil des Lebens ist, er wird sensibel für eigene Bedürfnisse und für andere.“ Und damit wird Hospizarbeit auch zu einer Art Lebensschule, in der den Begleitern ein anderer Blick aufs eigene Dasein vermittelt wird. „Toleranz und Achtsamkeit sind die Werte, die hier erfahren werden. Und das sind Dinge, die man eben fürs ganze Leben braucht.“
Dabei gilt grundsätzlich, dass die Tätigkeit nichts mit Pflege zu tun hat. Zuhören, aber auch bereit sein zu schweigen, sind hier die wesentlichen Dinge. Sie tragen in der Folge dazu bei, dass man es als persönliche Bereicherung erleben kann, jemandem beizustehen. Übrigens hat Kabzinski es noch nicht erlebt, dass jemand vorzeitig aus dem Dienst aussteigt, was sicherlich daran liegt, dass die Ehrenamtler von erfahrenen Fachkräften begleitet werden. „Was auf den Schultern aufgeladen wird, kann hier bei uns an den regelmäßigen Gruppenabenden abgeladen werden.“ Der Hospizdienst ist für die Betroffenen kostenlos und versteht sich als Ergänzung zu bestehenden Hilfsangeboten, die auch auf Wunsch vermittelt werden.
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