Lichtermeer vor St. Lambertus
16.11.2008 | 17:46 Uhr 2008-11-16T17:46:24+0100"Eine Million Sterne" entzündete Caritas international am Samstag weltweit, davon 800 in der Castrop-Rauxeler Altstadt
Erst war es nur ein schwaches Licht, dann jedoch verwandelten sich die Stufen zu St. Lambertus in ein wahres Lichtermeer. "Eine Million Sterne" entzündete Caritas international am Samstag weltweit, davon 800 in der Castrop-Rauxeler Altstadt: Ein jedes Licht ein Leuchtsignal für Solidarität und die Hoffnung auf eine bessere, gerechtere Welt.
Erstmalig gehörten die Caritasverbände Castrop-Rauxel und Herne unter dem Dach des Dekanats Emschertal mit zu den 40 Städten und Gemeinden, die sich in ganz Deutschland nach dem gelungenen Auftakt vor einem Jahr an der Aktion beteiligten. Für drei Euro das Stück wurden im Vorfeld in beiden Städten Kerzen-Gutscheine erworben. Die Lichter im Tontopf konnten dann nach der zentralen Veranstaltung in der Europastadt mit nach Hause genommen werden.
Während die Jugendlichen der Pfarrgemeinden den Kampf gegen den Wind aufnahmen und unermüdlich die ausgegangenen Kerzen wieder erneut entzündeten, zeigten sich die mehr als 400 Teilnehmer sichtlich beeindruckt vom imposanten Lichterzauber.
Mit dabei auch Mia Pietsch und ihre Enkelin Lucie (4). Mit ihrem Kerzengutschein in der Hand wollten auch die beiden ein sichtbares Zeichen setzen. "Ich hoffe, dass solche Aktionen wachrütteln für ein besseres Miteinander unter den Menschen", hofft Mia Pietsch.
"Vor Armut ist heute niemand gefeit", findet Karin Heider, die gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem sechsjährigen Enkel Felix gekommen war. "Immer mehr Menschen vor der eigenen Haustür sind betroffen. Da muss unbedingt etwas getan werden."
Das fand auch Dechant Heribert Zerkowski in seiner Ansprache: "Wir sind es gewohnt, unsere eine Welt in eine erste, zweite und dritte Welt einzuteilen und denken so, wir hätten es mit verschiedenen Welten zu tun". Mittlerweile brauche man jedoch nicht erst in ferne Länder zu schauen, die Not habe längst Deutschland erreicht. "50 Prozent der Familien sind betroffen. Das ist ein Skandal, eine Katastrophe", erklärte Zerkowski und mahnte: "Hilfsangebote wie Essenstafeln, Möbellager und Kleiderkammern dürfen kein Alibi sein für eine verfehlte Politik. Ziel kann nur sein, dass sich solche Einrichtungen erübrigen."
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