Klischees
Lebensplanung in fünf Schritten
03.02.2010 | 17:12 Uhr 2010-02-03T17:12:00+0100
Castrop-Rauxel. Tag 3 des Berufsorientierungscamps. Am Mittwoch machten sich die Schüler Gedanken um ihre Lebens- und Berufsplanung. Dabei wurde über Klischees bei den Mädchen- und Jungenrollen diskutiert, die bis heute noch bestehen. Die Schüler lernten auch, was das spätere Leben kostet.
Wir hatten keine Vorstellung, was uns erwartet. Die Dozentin Frau Mentrop hat uns die Lebensplanung und Berufsplanung in fünf Schritten näher gebracht. Bei dem ersten Schritt verteilte sie fünf Folien auf dem Boden. Auf jeder Folie waren Prozentangaben (0%, =stimmt nicht, 10-20%, 50%, 80-90%, 100% =stimmt). Frau Mentrop hat verschiedene Aussagen vorgelesen, und wir sollten uns auf die zutreffende Prozentzahl stellen. Sie fragte auch einzelne Personen nach Argumenten, warum sie auf dieser Folie stehen.
Bei der Aussage "Frauen können Kinder besser erziehen und den Haushalt besser führen als Männer" wunderte uns, dass viele zu 100 % zugestimmt haben. Da wurde uns klar, dass dieses typische "Frauen gehören an den Herd und Männer beschaffen die Kohle"-Klischee bei vielen Schülern immer noch besteht. Viele Mädchen waren über die Aussage "Jungen helfen weniger im Haushalt, weil Mädchen fleißiger sind" empört. Die Schülerinnen Katharina und Louisa meinten: " Das Geschlecht ist dabei völlig egal, es kommt auf die Persönlichkeit an. Ich habe einen kleinen Bruder, der viel fleißiger ist als ich."
Bei dem nächsten Schritt bekamen wir einen Lückentext, in den wir die Lücken mit den Namen Steffi und Til füllen sollten. Somit konnten wir bestimmen, wer was im Haushalt und in der Kindererziehung übernehmen sollte. Als nächstes haben wir zu den Begriffen (Wunschberuf, Berufsausbildung, Partnerschaft, Hobbies, Geld, Männer- und Frauenberufe) assoziiert, was uns persönlich dazu einfiel. "Ich werde Andrés Bewährungshelfer," scherze Fabian K. und alle, samt Lehrer und Frau Mentrop, lachten.
Beim vierten Schritt sollte jeder einen Zeitstrahl des Lebens erstellen. Dabei konnte man gut sehen, wer schon eine genaue Vorstellung seines Lebens hat und wer sich noch keine Gedanken über seine Zukunft gemacht hat. Als letztes haben wir alle einen Zettel bekommen, auf dem wir ermitteln konnten, was wir in unserem Traumberuf verdienen und was man alles an Geld im Alltag ausgibt. Es war interessant zu sehen, wie viele Kosten auf einen zukommen (Versicherung, Essen, Wohnung, Hobbies, Freizeit, Konsum) Allein bei den Versicherungen musste man um die 350 Euro bezahlen.
Am Ende des Tages haben wir eine genauere Vorstellung unserer Zukunft und eine Schülerin hat sogar ihren Traumberuf geändert. Die Ergebnisse sammeln wir alle in einer Mappe, und wir freuen uns auf die nächsten Tage.
Katharina Degoutrie, Louisa Märker und Hüsniye Sen
Klasse 8c, Willy-Brandt-Gesamtschule
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