Kontrolle aus der Vogelperspektive
10.07.2010 | 08:00 Uhr 2010-07-10T08:00:00+0200
Wo er auch auftaucht – er macht gehörig Wind. Das ist aber nur ein Nebeneffekt. Denn der Hubschrauber der Firma Rotorflug ist häufig im Einsatz für Amprion.
Die RWE-Tochter prüft auch in diesem Jahr als Übertragungsnetzbetreiber die 7000 Kilometer Freileitungstrassen im Westen und Südwesten vom Hubschrauber aus. Einmal jährlich von oben die Leitungen auf Schäden hin zu kontrollieren, ist Pflicht.
Neben dem Piloten fliegen immer zwei Amprion-Mitarbeiter mit. Mit 20 bis 25 Stundenkilometer knattert der Flieger sehr nahe entlang der Masten und Leitungen. Eine hohe Herausforderung für die Piloten, denn es heißt Abstand halten und dennoch nahe an die Leitungen heranzufliegen. „Aus der Luft sind Schäden viel besser zu erkennen als vom Boden aus“, sagt Dr. Andreas Preuß, Pressesprecher des Unternehmens. Strommasten umgeben uns wie die Freileitungen. Sie sind selbstverständliches Bild für die Bürger, so dass man sich normalerweise keine Gedanken über die „Landschaftskunstwerke“ macht. „Doch auf Gefahren zu achten, Schäden zu finden, Fundamente zu kontrollieren, ist eine Aufgabe, die von uns sehr ernst genommen wird“, betont Preuß.
Hat ein Blitz eingeschlagen, hängen Alufäden von den Leitungen herunter, in diesem Jahr haben die Kontrolleure allein im Saarland drei riesige Folien von Spargelbauern aus den Leitungen gezogen, immer wieder Ärger gibt es auch mit Personen, die unachtsam Drachen steigen lassen. „Pro Befliegung entdecken wir pro Tag circa fünf Schäden“ erklärt Diplom Ingenieur Gunnar Götz. Aber, ein unbeschädigtes Leitungsnetz ist das Kapital der Firma, denn der Strom soll vom Erzeuger zum Kunden zuverlässig transportiert werden.
Mit insgesamt 11 000 Kilometern betreibt Amprion das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland. Von Niedersachsen bis zu den Alpen werden mehr als 27 Millionen Menschen versorgt. Alle fünf Jahre wird jeder Freileitungsmast überprüft. „Das ist was für ganz Sportliche und vor allem für Schwindelfreie“, klärt Norbert Hagelstein auf. Auf einen 80-m-Mast zu steigen, erfordert beste Kondition. Da dieser Beruf in Deutschland bisher kein Ausbildungsberuf ist, kommen die Monteure aus allen Berufsbereichen.
Häufig sind sie Elektriker, die dann fünf Jahre lang speziell geschult werden, um den anspruchsvollen Beruf „Freileitungsbauer“ ausüben zu können. Gesucht werden sie immer, Personen, die die Anforderungen erfüllen. „Die Jungs müssen fit sein, eine Muckibude brauchen die jedenfalls nicht, um zu trainieren“, sagt Norbert Hagelstein.
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