Kohleskulptur schipperte über Rhein-Herne-Kanal
22.08.2010 | 17:44 Uhr 2010-08-22T17:44:00+0200
Castrop-Rauxel.Für Künstlerin Christiane B. Bethke war es ebenso eine Premiere wie für Kranführer Nico Polichronidis. Er übernahm Samstag den gewichtigen Part, die 200 Kilo schwere „Ruhrgold“-Kugel in der Mitte des zwölf Meter langen Ruderbootes zu platzieren.
Trägt der Kahn die Kugel, rutscht sie oder reißt sie das Boot gar in die Tiefe? „Geprobt haben wir nicht. Wir können nur hoffen, dass alles gut geht“, war beim Kranführer wenige Minuten vor seiner großen Aufgabe von Anspannung keine Spur. Anders bei der Künstlerin. „Glauben sie mir, in den letzten Nächten habe ich alles andere als gut geschlafen“, gesteht sie.
Das konnte Christiane B. Bethke in der Nacht zum Sonntag dann nachholen: Alles lief perfekt. Das gigantische Kunstprojekt sorgte gar für Volksfeststimmung am Rhein-Herne-Kanal.
Aber der Reihe nach: „... von Ort zu Ort unterwegs im Revier“ so hat die Künstlerin ihr Projekt im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 genannt. Eine zwei Meter große Kohleskulptur „rollt“ an prägnante kulturelle, soziale und geografische Orte im Ruhrgebiet. So diente sie bereits als Schachtzeichen hoch über der Zeche Hugo in Gelsenkirchen, verschönerte das Solardach im dortigen Wissenschaftspark, tuckerte auf einem Feuerlöschboot durch den Duisburger Innenhafen und bot die Kulisse für ein Massengrillen in Mülheim. Nun war sie zu Gast in Castrop-Rauxel und ruderte - begleitet von weiteren Booten des Rauxeler Rudervereins - unter den Augen von mehr als 200 Zuschauern über den Rhein-Herne Kanal, eben der Wasserstraße, die einst dem Kohletransport diente.
„Die Zahl der vielen Besucher beweist das rege Interesse an Kunst und Kultur auch in Castrop-Rauxel. Diese Aktion ist keine Berieselung, sondern erwartet aktives Schauen und Staunen“, so stellvertretender Bürgermeisters Peter Millner.
09:39
Wow, wie aufregend.