Kleines Baby sorgt für Vorfreude aufs neue Leben

Sie heißt Delaney. Das kleine Mädchen kam am 16. März zur Welt. Das erste Neugeborene im Frauenhaus in Castrop-Rauxel. Ihr Name bedeutet "Geschenk", erzählt ihre Mutter Akua. Die 25-Jährige aus Ghana wurde Opfer von Menschenhandel.

Castrop-rauxel.. Akua ist froh, im Frauenhaus in Castrop-Rauxel zunächst eine sichere Bleibe gefunden zu haben. Wir haben sie besucht: Es ist wohlig warm in dem kleinen Zimmer. Das liebevoll eingerichtet ist - eingerichtet werden konnte dank der Spenden aus der Bürgerschaft. Nach unserem Berichtüber die Situation im Frauenhaus, in dem noch zwei Babys, Zwillinge, erwartet werden, hat eine ungeahnte Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt.

Eine Wiege, Babybetten, Windeln, Erstausstattung, Kinderwagen. "Wir sind überwältigt und sagen Danke, auch für die Geldspenden, auf die wir immer angewiesen sind", sagt Katrin Lasser, die Chefin des Frauenhauses. Und fügt hinzu: "Das hat unser Herz berührt."

Schwangerschaftsvergiftung

Akua war auch bei der Geburt von Delaney nicht allein. Ann-Kathrin Bludau, Mitarbeiterin im Frauenhaus, war bei der nicht unkomplizierten Geburt nach einer Schwangerschaftsvergiftung dabei. Und wird es auch wieder sein, wenn Loveth aus Nigeria ihre Babys zur Welt bringt. Auch Loveth ist Opfer von Menschenhandel geworden. Dass sie Zwillinge erwartet, hat die 24-Jährige, die in der Zwangsprostitution arbeiten musste, überrascht.

Eins der beiden Babys ist ein Mädchen, weiß sie. Einen Namen hat sie schon, Benice soll sie heißen. "Uns geht es hier gut," sagt die 24-Jährige leise. Und wie sieht die Zukunft aus? Loveth hat den ersten Behörden-Marathon hinter sich - Inklusive polizeilicher Vernehmungen.

Bei dem der Verein "Frauen helfen Frauen" als Träger des Frauenhauses eng mit dem Eine-Welt-Zentrum des hiesigen evangelischen Kirchenkreises zusammenarbeitet. Es geht um die Anerkennung - das Asylbewerber-Verfahren. Akua hat diesen Weg noch vor sich.

Zukunft ist ungewiss

Die Zukunft ist noch ungewiss. Schicksale von Frauen, die im Frauenhaus ankommen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) will den Menschenhandel in den Fokus stellen. Am 5. Mai wird es dazu um 18.30 Uhr im Cafe am Haus der Trauer an der Bahnhofstraße in Rauxel eine Infoveranstaltung geben. Mit Katja Jähnel vom Eine-Welt-Zentrum und Katrin Lasser.

Am Montag ist eine neue Bewohnerin im Frauenhaus angekommen. Aus Süddeutschland. Mit sechs Monate alten Zwillingen. "Wir hätten sie gar nicht aufnehmen können, wenn uns die Bürger mit ihren Spenden nicht so unterstützt hätten", verdeutlicht Katrin Lasser. Delaney schläft in ihrer Wiege. Ihre Mutter hat Hoffnung geschöpft. Hoffnung auf ein besseres Leben, das sie als Geschenk annimmt.