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Keine Angst vor Monstern

21.09.2009 | 17:57 Uhr

Theaterprojekt an der Martin-Luther-King-Schule: Schüler gehen auf Bühnenreise

„Odysseus kam bis Ithaka – und wir?” Das fragten sich 15 Schüler der neunten und zehnten Klassen der Martin-Luther-King-Schule. Ihre Theaterinszenierung ist in Zusammenarbeit zwischen der Förderschule und dem Agora-Kulturzentrum, im Rahmen eines Projektes der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung entstanden.

Jetzt zeigten die jungen Schauspieler Deniz Yildiz, Georgia Stamouli, Kristina Jarzombke, Maroussia Andreß, Sabine Gläser, Saskia Richter, Sebastian Matthews und Tayfur Gezer ihren Mitschülern das Ergebnis ihrer einjährigen Arbeit in einer Werkschau auf der Studiobühne des Westfälischen Landestheaters. Vor dicht gefüllten Rängen begaben sie sich für 40 Minuten auf die Spuren von Odysseus, mimten die Daheimgebliebenen, die Vater, bzw. König vermissten und trafen auf ihrer „Odyssee” auf einäugige Monster und trügerische Sirenen.

Mit einer filmischen Umfrage „Wer war eigentlich Odysseus?”, musikalischer Begleitung und einem Rap vervollständigten die Schüler die Aufführung. Am Ende der Bühnenreise erkennen die Darsteller ihre eigenen, modernen „Abenteuer”, die noch vor ihnen liegen: „Und dann kommst du aus der Schule irgendwann”, „Und dann musst du dir Arbeit suchen”, „Und dann musst du deinen Platz im Leben finden.” Schließlich die Erkenntnis: „Und dann wär' es gut, wenn du den Mut von Odysseus hast.”

Regie geführt haben die freie Theaterpädagogin Erika Römer und der Musiker und Theaterpädagoge Stefan Ambrosi; in Zusammenarbeit mit Klassenlehrerin Jasmin Piels und Schulleiter Wolfgang Scholl betreuten und unterstützten sie die Schüler bei ihrem Theaterprojekt.

„Zielsetzung ist, durch kulturelle Bildung, nach dem Schulabschluss die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen”, erklärt Römer. Das Theaterspielen helfe den Schülern beim Training vieler personaler Kompetenzen, darunter Auftreten, Selbstbewusstsein und natürlich auch das Zusammenspiel im Team.

Martin-Luther-King-Schule und das Agora-Kulturzentrum haben großes Interesse, den Schülern auch in Zukunft weitere Theater- und Medienprojekte bieten zu können. „Unsere Zusammenarbeit war sehr erfolgreich”, sagt Thorsten Schnelle, Leiter des Agora-Kulturzentrums. „Das wollen wir gerne in Zukunft fortführen.” Als eine von 16 weiteren Schulen wurde die Martin-Luther-King-Schule unter 200 Bewerbern für das bundesweite Projekt „Lebenskunst lernen” ausgewählt. Neben zwei weiteren Förderschulen nahmen noch Haupt- und Gesamtschulen an dem Projekt der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung teil. Gefördert wurde das Vorhaben durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Professor Wolfgang Mack von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hat das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Julian Heinemann

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