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Castrop-Rauxel

Jusos bringen Noll auf Parteilinie

06.04.2008 | 13:45 Uhr

Mit Formalien hielten sich die Jungsozialisten bei ihrer Hauptversammlung nur kurz auf. Sie konzentrierten sich auf die Diskussion mit den Landtagskandidaten der SPD - und leisteten bei einem von ihnen Überzeugungsarbeit

Den neuen Vorstand der Castrop-Rauxeler Jungsozialisten bilden (v.l.) Frederike Podscharly, Marvin Heyne, Hendrik Moryson, Tobias Schulze (Vorsitzender), Lisa Kapteinat und Britta Schewe. Foto: Joseph-W. Reutter

Schon im Vorfeld war die Nachfolge des Vorsitzenden Malte Fercke geklärt, alle Posten vergeben und die Anträge für den SPD-Stadtverbandsparteitag in trockenen Tüchern. Genügend Zeit, sich der Diskussion zu widmen: Bei ihrer Hauptversammlung im Jugendzentrum Bogi's baten die Jusos Castrop-Rauxel die Bewerber um die Nachfolge der scheidenden Landtagsabgeordneten Gabriele Sikora zur Vorstellung ihrer Positionen.

Beim Parteitag am 17. April wollen gleich vier SPD-Mitglieder aus Castrop-Rauxel zum Landtagskandidaten gekürt werden, bis dahin gehen die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Steininger-Bludau sowie die Ratsherren Daniel Molloisch, Rajko Kravanja und Hans-Jürgen Noll parteiintern auf Stimmenfang. Bei den Jungsozialisten punkteten sie vor allem mit zwei angekündigten Bestrebungen: der Abschaffung der Studiengebühren und der Einführungen der von der NRW-SPD gewollten Einheitsschule.

Nur einer wollte sich bei der Gemeinschaftsschule dem Partei-Konsens nicht anschließen: Noll, Ortsvereins-Vorsitzender in Deininghausen, machte keinen Hehl daraus, dass ihm die angestrebte Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems nicht passt. Für Besserbegabte müsse es weiterhin Gymnasien geben, mit seinen Söhnen habe er gute Erfahrungen gemacht mit den verschiedenen Schulformen. Er sei aber durchaus bereit, sich überzeugen zu lassen.

Ein Angebot, dass sich die Jusos nicht entgehen ließen, gleich reihenweise prasselten Argumente aus dem Leben als Schüler und Lehrer auf den 52-Jährigen ein. Die Chancengleichheit sei beim derzeitigen System nicht gegeben, Schüler aus Migranten-Familien seien nicht gleichgesetzt, so dass der Integration ein Riegel vorgesetzt würde. Ein ganz pragmatisches Argument führte Lisa Kapteinat an: Wie Noll sich als möglicher SPD-Landtagsabgeordneter denn verhalten würde, wenn er in eine Diskussion um die Gemeinschaftsschule verwickelt würde?

Noll gab sich geschlagen, vor allem die mangelnde Chancengleichheit ließen ihn auf Jusos- und Partei-Kurs einschlagen - wenn auch "mit Bauchschmerzen".

Von Mike Röser

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