Jung, frech und ganz nah bei Gott
30.01.2012 | 18:15 Uhr 2012-01-30T18:15:00+0100
Castrop-Rauxel. Seit einem Jahr gibt es die Jugendkirche im Pastoralverbund Nord. Jetzt wurde Geburtstag gefeiert.
Die Jugend von heute interessiert sich nicht mehr für die Kirche. „Das stimmt nicht“, hält Gemeindeassistentin Melanie Dressel dagegen. Die Jugendkirche im Pastoralverbund Castrop-Rauxel Nord (PV Nord) ist der lebendige Gegenbeweis. Viele engagierte junge Christen feiern seit einem Jahr regelmäßig gemeinsame, moderne Gottesdienste. „Die Jugendlichen kamen auf uns zu und fragten, ob sie eigene Messen gestalten dürften. Dieser Bitte sind wir im Pastoralteam natürlich gern nachgekommen“, so Dressel. Mit jungen Menschen aus allen vier Gemeinden des Pastoralverbundes, Pfarrer Zbigniew Szarata und den Gemeindereferentinnen wurde darum im November 2010 ein Konzept erarbeitet.
„Wir möchten die Gottesdienste vor allem auch mit anderen Gemeindemitgliedern, aber auch mit denen, die vielleicht sonst nicht so häufig in die Kirche kommen, begehen“, betont Jens Kanak aus der St. Barbara Gemeinde. Darum entschied sich die Gruppe dazu, im Abstand von jeweils sechs Wochen sowohl Jugendmessen als auch –vespern zu feiern.
Vor ziemlich genau einem Jahr fand sie dann statt – die erste Jugendmesse des PV Nord. Unter dem Motto „Gott Will-kommen“ ging es damals um Toleranz und Offenheit seinen Mitmenschen und Gott gegenüber. Die Themen der gemeinsamen Metten greifen die Gedanken der jungen Männer und Frauen auf. Liebe, Freundschaft und die Zukunft, aber auch das Leben mit modernen Medien spielen eine Rolle in den selbstgestalteten Gottesdiensten. In der Geburtstagsmesse am Sonntag drehte sich deshalb alles um den Ausruf: „Gefällt mir!“ Kanak erklärt: „Auf den ersten Blick scheint dies ein ziemlich nichtssagender Ausruf zu sein. Aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, ist ‚Gefällt mir‘, doch sehr vielsagend. Wir sagen es, wenn uns eine Situation, eine Idee wirklich zusagt und drücken so unsere Freude aus. Die Jugendkirche gefällt uns natürlich sehr.“
Außerdem geht es an diesem Abend auch darum, was den Jugendlichen nicht gefällt. In einem Anspiel zur Predigt beschäftigen sie sich mit ihren „schlechten Geistern.“ Hass, Streit und Egoismus, Gier, Selbstzweifel und Zukunftsängste sind wie eine Mauer. Diese Hürde gilt es zu überwinden. Symbolisch reißen die Jugendlichen die Mauer aus bemalten Schuhkartons ein. Freundschaft, Gemeinschaft und Liebe ersetzen die schlechten Geister. Raum für neues entsteht.
Dass es möglich ist, auch über die Gemeindegrenzen hinweg, etwas Neues zu erschaffen, haben die jungen Christen bereits bewiesen. Pastoralverbundsleiter Szarata ist stolz auf „seine Jugendlichen.“ Und zur Feier des ersten Geburtstags der Jugendkirche hielt nicht nur ein, sondern gleich alle fünf Seelsorger, die Festmesse.
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