Ist der Schulzahnarzt zu selten in Castrop-Rauxel?

Kommt die zahnärztliche Untersuchung in den Schulen in Castrop-Rauxel zu kurz? Diese Frage stellt sich die Schulleiterin der Elisabeth-Grundschule in Obercastrop, Katharina Overkott. Wir haben sie an die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes in Recklinghausen weitergeleitet - und ein Versprechen erhalten.

Castrop-rauxel.. Normalerweise schaut der Schulzahnarzt regelmäßig im ersten Halbjahr vorbei, doch bislang ist sein Besuch an der Elisabeth-Grundschule ausgeblieben. Der Grund: Er ist offensichtlich mit anderen Aufgaben und Verpflichtungen ausgelastet. Das ist zumindest die Vermutung von Schulleiterin Katharina Overkott von der Elisabeth-Grundschule in Obercastrop:"Bislang sind erst zwei Grundschulen in Castrop-Rauxel besucht worden. Mich würde es einmal interessieren, warum man andere Aufgaben über die Schulgesundheit stellt?", machte sie ihrer Verärgerung Luft.

Behörde vernachlässigtKernaufgaben nicht

Eine Frage, die wir an Dr. Ulrike Horacek - Leiterin des Gesundheitsamtes Recklinghausen - weitergegeben haben, die sie aber auch nicht kurz und schlüssig beantworten konnte. Vielmehr bezeichnete sie das Problem als ein Teil eines "komplexen Themas". Der Kreis hat weniger Personal, dafür abernoch zusätzlicheandere Aufgaben übernommen, wie beispielsweise im Pflegedienst oder bei der Beihilfe für Beamte.

Daher wehrte sie sich dagegen, dass ihre Behörde ihre Kernaufgaben vernachlässige. "Das ganze Arbeitsgebiet des Zahnärztlichen Dienstes hat sich verändert und ist einem steten Wandel unterzogen", erklärte sie. Dass abersämtliche Kindergarten- und Schulkinder jährlich zu untersuchen seien, dafür gebees keine Verpflichtung.

Kommunikationsdefizite eingeräumt

Bei den Besuchen an den Grundschulen müssten eh immer Kompromisse eingegangen werden, meinteHoracek.Dabei gilt es immer den Spagat zu machen - zwischen den Schulen, in denen das Angebot willkommen wäre und Schulen in denen es besonders nötig ist. Das sei leider nicht immer deckungsgleich, fügte die Medizinerin hinzu.

Zudem müssten die Energien und die knappen Ressourcen in ihrer Behörde auch in die richtige Richtung gelenkt werden:"Mit einer Fluoridierungsmaßnahme an einer Förderschule erreichen wir mehr, als wenn wir 50 gesunde Kinder in Haltern untersuchen", nannte die Gesundheitsamtschefin als Beispiel.

"Wir nehmen Kontakt auf"

Horacekräumte aber auch Kommunikationsdefizite in dieser Angelegenheit ein. "Die Kritik kann durchaus etwas Positives auslösen. Wir nehmen unmittelbar Kontakt mit der Elisabethschule auf!", versprach sie. "Wenn es Probleme gebe, bekomme man die auch geregelt", zeigte sie sich zuversichtlich.