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Interkommunales Projekt irritiert Ickerner Bürger

05.05.2010 | 15:41 Uhr
Interkommunales Projekt irritiert Ickerner Bürger

Castrop-Rauxel.Die Anwohner der Voerstestraße im Stadtteil Ickern sehen sich übervorteilt, wenn Waltroper ihren Abwasserkanal demnächst „anzapfen“. Die Nachbarkommune plant ein Neubaugebiet, das die Infstrastruktur Castrop-Rauxels mitnutzt.

Die Sache ist ein Grenzfall – buchstäblich. Auf der Grenze gelegen und ein Novum für Castrop-Rauxel. Mit dem Aufstellungsbeschluss ihres Bebauungsplanes „Nummer 71 Voerstestraße“ drängt sich die Nachbarstadt Waltrop ganz dicht an den Castrop-Rauxeler Ortsteil Ickern.

Die an der nördlichen Seite der Voerstestraße zwischen der Lohburger Straße und einem unbenannten Wirtschaftsweg in Richtung Borghagen geplanten Einfamilienhäuser stehen zwar auf Waltroper Gebiet, Straße und Versorgungsleitungen vor der Haustür aber gehören zur Stadt Castrop-Rauxel.

Was die Mitglieder des Waltroper Bausschusses von ihrer Verwaltung erfuhren, machte gleich die Castrop-Rauxeler Anwohner der Voerstestraße stutzig: Die Entwässerung der neuen (Waltroper) Häuser solle „über den in der Straße liegenden (Castrop-Rauxeler) Mischwasserkanal erfolgen“.

ein weiteres kuriosum
Verwirrend

Ein weiteres interkommunales Kuriosum: Zwischen der Alten Schachtschleuse und der B 235 verläuft die Stadtgrenze zwischen Waltrop und Datteln mitten auf der Fahrbahn der Provinzialstraße. Die Folge: Links steht ein Ortseingangsschild Waltrop, rechts das von Datteln.

Nanu? Kanal, Versorgungsleitungen sicher auch, alles von uns bereits über Erschließung und Umlage bezahlt, sagen sich die Ickerner Anwohner der Voerstestraße und wandten sich an die FWI. „Hier regt sich verständlicher Weise Unmut über diese Maßnahme“, sagt Günter Beyer, für die FWI sachkundiger Bürger im Betriebsausschuss 3.

Beteiligung geplant

Gemach, gemach, bedeutet der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt: „Es handelt sich um ein gerade eingeleitetes Bebauungsplan-Verfahren, in dessen Verlauf die Stadt Castrop-Rauxel beteiligt werden wird“, so Dobrindt. Im Zuge dieser Beteiligung werde die Stadt Castrop-Rauxel ihre Ansprüche geltend machen. Grundsätzlich sei so ein Vorhaben zu begrüßen, meint Dobrindt: „Eine halbseitige Bebauung ist immer schlecht, weil die Infrastruktur ja nur zur Hälfte genutzt wird.“

Denkbar sind letztendlich ein Abkommen oder ein Vertrag über die Beteiligung der Neu-Waltroper an den Kosten der Infrastruktur. Dobrindt: „Wichtig ist ja, dass keiner bevor- oder benachteiligt wird.“ Denkbar auch, dass die Regelungen Müllabfuhr, Winterdienst und Straßenreinigung mit einbeziehen.

Waltrop hat Erfahrungen auf diesem Gebiet und einen interkommunalen Vertrag mit dem benachbarten Lünen abgeschlossen, nachdem es letztlich doch zu blöd war, dass an der Grenzstraße auf der Waltroper Seite die Müllabfuhr dienstags kam – aus Waltrop. Einen Tag später war die andere Seite dran. Da kamen die Müllwagen aus Lünen . . .

Thomas Wrycza

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