Inszenierter Horror-Trip war noch viel schlimmer

Eine knappe Million Zuschauer verfolgte am Donnerstagabend, wie eine Castrop-Rauxelerin ihren ganz persönlichen Albtraum erlebte, gefolgt von einer riesigen Überraschung. Dabei war in der Sendung gar nicht alles zu sehen, was an diesem Tag passiert ist.

Castrop-rauxel.. Die Pro7-Sendung "The Big Surprise" begann mit der Geschichte aus Castrop-Rauxel und Moderatorin Palina Rojinski, die am Erinturm ankündigt, dass Katrin Lach einen schrecklichen Tag erleben wird. Und in der Tat ging bei der Mitinhaberin der "beleza Beautylounge" am Biesenkamp an dem Tag alles schief - natürlich inszeniert. Viele Castroper hatten im März mitbekommen, dass in dem Salon Dreharbeiten stattfanden. "Wirklich jeder hier im Umkreis wusste Bescheid, nur ich nicht", sagt Katrin Lach im Gespräch mit unserer Redaktion lachend. Nach der Ausstrahlung habe ihr Handy nicht mehr still gestanden.

Einige Szenen rausgeschnitten

Als Zuschauer litt man mit ihr mit. Dabei wurde das ganze Ausmaß gar nicht gezeigt.

Die ätzende Kundin zu Beginn der Sendung - eine vom Sender angeheuerte Schauspielerin - war noch viel schlimmer, als es die Ausschnitte in der Sendung vermuten ließ. "Die haben da einiges rausgeschnitten. Die Frau hat mich richtig persönlich beleidigt", erzählt Katrin Lach. Wie sie denn überhaupt aussehe, warum ihre Haare so ungepflegt aussähen, was für ein langweiliges Leben sie eigentlich führe, so ging es die Zeit. Die Unverschämtheit gipfelte in dem Vorschlag, ihr persönlicher Stylist könne sich Lach ja einmal annehmen. Die 30-jährige Kosmetikerin bleib nach außen hin gelassen. "Offenbar werde ich immer ruhiger, je ätzender jemand ist."

Keine Sekunde gezweifelt

Hat sie mal Zweifel bekommen, als ihre beiden Kolleginnen ihr eröffneten, dass sie zur Konkurrenz gehen? "Nein, keine Sekunde. Ich habe das sofort geglaubt, weil die beiden das so überzeugend rüber gebracht haben."

Der Gedanke an eine versteckte Kamera sei ihr aber trotzdem kurz gekommen, während sie sich um die nervige Kundin kümmerte. "Aber nicht konkret. Man denkt ja schon mal, wenn man so was Irrsinniges erlebt, ‚Ist das hier versteckte Kamera?‘", erzählt sie. Die Ereignisse seien an dem Tag aber Schlag auf Schlag gekommen, sodass sie keine Zeit hatte, näher darüber nachzudenken. Natürlich Absicht.

Kabel überall

Dabei hätte sie den ganzen Schwindel fast selber auffliegen lassen, als sie die Mikros unter ihrem Tisch und im Pausenraum entdeckte. "Und ganz am Ende, als ich mit Stella telefoniere, habe ich noch ein Mikro und eine Kamera gefunden, das wurde aber auch rausgeschnitten." Regelrecht Panik habe sie bekommen, als sie bemerkte, dass der ganze Laden verkabelt war.

Ihre Entdeckung führte dazu, dass das Konzept kurzfristig umgeworfen wurde. Und es verkürzte den Horror-Tag für Lach: "Das sollte eigentlich viel länger gehen. Es sollte zum Beispiel auch noch eine weitere Kundin kommen, die mich wieder etwas runter bringt. Am Ende waren es dann aber nur drei oder vier Stunden."

Alter Dodge als Gewinn

Als Palina Rojinski den Laden betrat und den ganzen Schwindel auflöste, sei sie erst mal zusammengesackt. "Aber ich finde die Sendung witzig", gestand sie Rojinski noch an Ort und Stelle. Das findet sie auch immer noch - obwohl sie selbst unfreiwillig eine Hauptrolle spielte. "Es war ein geiler Trip", sagt sie heute und kann mittlerweile darüber lachen. Auch, weil am Ende die Entschädigung wartete: ein Oldtimer-Pickup der Marke Dodge, Baujahr 1977. "An dem Auto habe ich wahnsinnig viel Spaß", sagt sie. "Wir haben auch schon ganz viel dran herumgebastelt. Das Leiden hat sich gelohnt!"