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Immer mehr Leerstände

22.01.2010 | 06:00 Uhr
Immer mehr Leerstände

Castrop-Rauxel. Eine Umfrage im Fachdienst „Seniorenangelegenheiten und Betreuungsstelle” hat ergeben, dass im verstärkten Maße Leerstände zu verzeichnen sind. Betten sind nur zu ein Drittel ausgelastet - eine Entwicklung, die landesweit festzustellen ist.

Der anhaltende Trend zu leer stehenden Betten in den Seniorenheimen im Kreis hält an.

Eine aktuelle Umfrage vom Fachdienst „Seniorenangelegenheiten und Betreuungsstelle” unter allen stationären Alten- und Pflegeheimen macht deutlich, dass im verstärkten Maße Leerstände zu verzeichnen sind. „Eine Entwicklung, die landesweit festzustellen ist”, bestätigt auch Kreisdirektor Roland Butz. „Gut ein Drittel unserer Heime waren im Dezember voll belegt, wenn man aber nicht unbedingt auf ein ganz bestimmtes Haus oder einen ganz speziellen Platz fixiert ist, kann man im Kreis Recklinghausen zur Zeit eigentlich sofort einen freien Heimplatz bekommen.”

Auslastungsquote bei 95,54 Prozent

Lag die Auslastungsquote Ende 2008 im Kreisdurchschnitt noch bei 96,09 Prozent, so lag sie Mitte 2009 mit 284 nicht belegten Betten bei 95,54 Prozent und zum Jahreswechsel mit leeren 335 Betten sogar nur noch bei 94,81 Prozent. Laut Pflegeplan des Kreises lag die Auslastung 2007 über das Jahr gesehen im Durchschnitt bei ca. 95 Prozent.

Lange Wartezeiten gibt es nur noch ganz vereinzelt, vielmehr steigt mit immer größer werdenden Platzangebot auch der Druck auf die Heimträger, sich der Konkurrenz auf dem Pflegemarkt stellen zu müssen. Neue Wohnformen wie zum Beispiel das Betreute Wohnen, Pflegewohngemeinschaften etc. und ein immer breiteres Spektrum ambulanter Hilfeangebote sind für die Senioren je nach Hilfebedarf oftmals attraktiver.

Gewollte Entwicklung

Eine Entwicklung, die der Gesetzgeber so gewollt hat. Mit der Änderung des Landespflegegesetzes wurde die Pflegebedarfsplanung aufgegeben. Seither können der Kreis und die Kommunen über den Bedarf hinausgehende Bauvorhaben nur noch schwer verhindern. Die Tatsache, dass jeder interessierte Investor ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf die Möglichkeit hat, Seniorenheime zu errichten, sieht der Kreis kritisch.

Kreisdirektor Roland Butz: „Wir setzen eher auf eine möglichst lange ambulante Versorgung der Senioren in ihrer eigenen häuslichen Umgebung. Das entspricht zum einen dem Wunsch fast aller Menschen, zum anderen entlastet diese Politik den Haushalt des Sozialhilfeträgers. Allein in den letzten drei Jahren wurden jedoch zehn neue Pflegeeinrichtungen in Betrieb genommen. 2010 kommen mit zwei neuen Einrichtungen weitere 120 Plätze hinzu, und auch für die folgenden Jahre liegen eine Reihe konkreter Bauvorhaben vor.”

Redaktion

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