Hospiz kommt nach Dortmund
06.02.2010 | 09:15 Uhr 2010-02-06T09:15:00+0100Einstimmig hat sich Dortmund für den Bau des Hospizes ausgesprochen, das Stiftungsgründerin Elisabeth Grümer eigentlich in Frohlinde bauen wollte. Damit ist der Weg frei, das lang geplante Projekt endlich umzusetzen.
„Wir haben bei Verwaltung und Politik in der Nachbarstadt offene Türen eingerannt”, sagt die Frohlinderin, die über viele Monate in Castrop-Rauxel versucht hatte, die Einrichtung zu bauen. „Ich empfinde einfach nur Erleichterung, denn ich bau das Projekt nicht für mich, sondern für sterbende Menschen.” Jetzt soll es also an der Bockenfelder Straße 239 errichtet werden.
Zur Erinnerung: Weil das Gebäude in Frohlinde im Landschaftsschutzgebiet entstehen sollte, bestand der Rat der Stadt Castrop-Rauxel darauf, dass eine Rückbauverpflichtung in den Vertrag aufgenommen werden sollte. Das heißt: Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt das Haus nicht mehr als Hospiz genutzt werden würde, wäre der Abriss Pflicht geworden. Dieser „Pferdefuß” veranlasste die Banken, kein Geld zur Verfügung zu stellen. Denn im Zweifelsfall hätten sie Darlehen gegeben, aber keinen Gegenwert mehr gehabt.
Szenenwechsel: Das Projekt, für das es jetzt bereits einen positiven Vorbescheid gibt, findet volle Unterstützung der Stadt Dortmund. Sowohl die Stadt, als auch die Bezirksvertretung Lütgendortmund gaben einstimmig grünes Licht. Um bauen zu können, wird Stiftungsgründerin Elisabeth Grümer ein zweites Grundstück einbringen. „Diese Maßnahme wird den notwendigen Flächentausch mit Dortmund ermöglichen. Denn das 4000 Quadratmeter große Grundstück an der Bockenfelder Straße befindet sich nicht im Eigentum von Frau Grümer”, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Ralf Sprave. Wo ein Wille ist, sei offensichtlich auch ein Weg.
Auch die Untere Landschaftsbehörde habe keine Einwände gegen den Bau, so Sprave. Errichtet wird das von den Architekten Jarzina, Winkelmann und Ufermann entworfene Hospiz auf Dortmunder Gebiet eins zu eins wie es auch in Frohlinde errichtet worden wäre. Und das, obwohl auch ein Teil des Gebäudes im Landschaftsschutzgebiet liegen wird. „Da stand bei den Entscheidungsträgern offensichtlich das Gemeinwohl im Vordergrund”, sagt der Fördervereinsvorsitzende. Er betont ausdrücklich, dass es „offenbar am politischen Unwillen einiger Castrop-Rauxeler lag, dass man mit dem Hospiz nicht weiter kam.”
Gebaut wird aus Umweltschutzgründen auch sehr energiebewusst. Das sei selbstverständlich. Bemerkenswert findet Ralf Sprave, dass die Stadt Dortmund sogar noch Bereitschaft signalisierte, bei den Erschließungsgebühren entgegenzukommen. „Ich hatte wirklich den Eindruck, in Dortmund bin ich in einer anderen Welt.” Sowohl Elisabeth Grümer als auch Ralf Sprave fiebern dem Baubeginn entgegen. Denn bereit gestellt hat – wie berichtet – die ARD Fernsehlotterie 500 000 Euro, die aber nur dann überwiesen werden, wenn die Baumaßnahme bis Ende 2010 fertig gestellt ist. Auch will man nicht auf die 245 000 Euro Stiftungskapital verzichten.
Wenn Dortmund zügig arbeitet, kann also bereits in wenigen Monaten mit dem Bau begonnen werden. Dass Bedarf für Hospizplätze besteht, erfährt Ralf Sprave jede Woche durch Telefonate. Wer jetzt schon schnelle Hilfe braucht oder Fördervereinsmitglied werden will, kann sich an Ralf Sprave, 02305/9 73 90 wenden.
0mitdiskutieren