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Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden

26.03.2013 | 22:07 Uhr
Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden
Die Emschertalbahn in Castrop-Rauxel fährt wegen Gleisbauarbeiten nicht. Stattdessen werden Busse eingesetzt. Hier steigt Tobias Sumej (26 Jahre) von Bahnsteig um zum Busbahnhof, um dort in den Bus nach Dortmund zu steigen. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel.   Wie bestellt und nicht abgeholt: So stehen ziemlich viele Fahrgäste der Nordwestbahn derzeit auf dem Bahnsteig in Castrop-Süd. Sie warten auf die Emschertalbahn, doch dieser fährt in dieser Woche nicht. Einen Hinweis auf die Streckensperrung findet hier nur, wer ihn sucht und gute Augen hat. Alle anderen stehen sich die Füße in den Bauch.

Wer auf dem Bahnsteig in Castrop-Süd auf die Emschertalbahn wartet, wartet vergebens. Die Bahn fährt in dieser Woche nicht. Doch ein Hinweis auf die Streckensperrung ist schwer zu finden.

Bereits vor knapp zwei Wochen haben die Nordwestbahn und danach die Deutsche Bahn angekündigt, dass ein Abschnitt der Emschertalbahn in Dortmund erneuert wird. Wie berichtet, werden auf einer Länge von 1800 m Schotter und Schwellen ersetzt. Weil die Züge nicht fahren können, wurde ein sogenannter Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet. Die Busse fahren vom Busbahnhof am Münsterplatz nach Herne und Dortmund.

Gelenkbus fährt fast völlig leer

Tobias Sumej saß seit drei Wochen nicht mehr in der Emschertalbahn. Nun wollte er nach Schwerte fahren – und war bass erstaunt, als ihn die Redakteure ansprachen und auf den Ersatzbus hinwiesen. Am Münsterplatz, Bussteig 5, kam dieser wenige Minuten später an. Auch hier: Kein Hinweis auf den Bus, kein Fahrplan, nichts.

Fahrerin Claudia Trappe am Lenker des superlangen Gelenkbusses eines Dortmunder Privatunternehmens fuhr am Dienstagmittag die Strecke von Dortmund Hauptbahnhof nach Herne Bahnhof bereits zum fünften Mal. Zweimal fuhr sie leer, zwei Mal hatte sie je einen Fahrgast und ein Mal sogar drei.

Für die Information der Fahrgäste ist die Nordwestbahn zuständig. Pressesprecherin Karin Hofmann listet auf, was das Osnabrücker Unternehmen in diesem Punkt unternommen hat: „Wir haben in den Zügen Flyer verteilt und Durchsagen gemacht. Die Streckensperrung steht auf unserer Homepage, und der Verkehrsverbund VRR hat eine App für Smart-Phone-Besitzer. Außerdem wurde die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Bahnsteigs und der Leuchtschrift am Bahnsteig beauftragt, den Fahrplan auszuhängen und auf den Ausfall der Züge hinzuweisen.“ Normalerweise funktioniere das auch.

Dem Fehler nachgehen

Jürgen Kugelmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn, bestätigt die Angaben: „Die Nordwestbahn ist zuständig, die Informationen weiterzugeben.“ Schon allein aus Datenschutzgründen dürfe sie selbst keine Hinweise auf dem Schriftband am Bahnsteig geben.

Karin Hofmann verspricht, dem Fehler nachzugehen: „Wenn die Anzeige schon mal da ist, muss sie auch funktionieren.“ Und auf den VRR werde sie einwirken, in der App nicht das Kürzel SEV zu verwenden. Denn wer wisse schon, dass damit der Ersatzbus gemeint ist.

Rüdiger Hagenbucher


Kommentare
28.03.2013
15:41
Kommentar: Der Fahrgast ist Opfer der Animositäten zwischen DB AG und NWB
von nike8 | #6

Heute Mittag bin ich zufällig den Bahnsteig in Richtung Herne entlang gelaufen und habe am Fahrkartenautomaten und am Schaukasten nach Hinweisen gesucht. Ich war ja durch die Artikel in den Lokalzeitungen informiert. Gefunden habe ich nichts. Erst als ich gerade auf der Homepage der NordWestBahn – nach fünf bis sechs Klicks nach der Startseite war ich erst auf der Seite für aktuelle Verkehrsmeldungen – die Fahrpläne des SEV gesehen habe, konnte ich dieses Bild mit dem Aushang am Schaukasten in Verbindung bringen.

SEV – noch nie gehört? Weiß doch jeder: Schienenersatzverkehr.

Ach so, noch etwas zu dem Aushang: Schriftgröße 8 auf DinA4 halte ich nicht für so optimal ….

Wahrscheinlich ist das die Folge permanenter Animositäten zwischen Deutscher Bahn AG und der NordWestBahn (NWB): Für den Bahnsteig ist wohl die Deutsche Bahn AG zuständig – und deren Mitarbeitern ist die Information der NWB-Kunden so ziemlich schnuppe! Konkurrenzdenken halt.

Schade für die Fahrgäste.

28.03.2013
00:55
Dr.Bluesky | #4
von schRuessler | #5

Ein Hinweis in der Zeitung kann doch nicht Hinweisschilder an Ort und Stelle ersetzen.

Und wenn ich heute mit dieser Bahn fahren muss, muss ich dann noch einmal alle Zeitungen der letzten Tage durchlesen, ob da irgendwas drinstand?

Das meinen Sie doch nicht ernst, oder?

27.03.2013
18:19
Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden
von Dr.Bluesky | #4

Wer Lesen kann ist klar im Vorteil, anstatt alle Zeitungen zu entsorgen einfach lesen, es stand Groß und Deutlich drinne und auch warum und auch Wie Lange. Im Stadtanzeiger auf der 1. Seite. Ich fahre zwar kein Zug , aber gelesen habe ich es auch.

27.03.2013
17:41
Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden
von dutsche | #3

Ich schreibe es zum xten Mal. Öffentlichkeit und Politiker wollten die Deutsche Bundesbahn in ihrer damaligen Form nicht mehr. Nun haben sie den Salat. Jetzt fahren auch die "Privaten". Und da ist eben alles besser, oder?

1 Antwort
Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden
von Dr.Bluesky | #3-1

Schon mal den Stadtanzeiger gelesen? da stand es Groß drin.

27.03.2013
15:34
Schorsch_MCMLX | #1
von schRuessler | #2

Was für ein absolut sinnfreier Kommentar.

Wieso muss ich denn vor einer Fahrt mit der Bahn erst einmal das Internet durchforsten, ob da zufällig eine Baustelle ist?

Wo ist denn das Problem, da ein paar sichtbare Schilder aufzuhängen?

27.03.2013
15:26
Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden
von Schorsch_MCMLX | #1

Nun, vielleicht sind ja fast alle, die die Hinweise mitbekommen haben, aufs Auto umgestiegen. Dann bleibt am Bahnsteig eben genau der Menschenschlag vom Typ "Autist" über. Extrem selten liegt dabei eine wirkliche Erkrankung vor, sondern in den allermeisten Fällen ist ein selbstgewähltes Verhaltensmuster die Ursache ("ich brauche kein Internet/keine Zeitung/..." in Kombination mit beidseitiger Ohrhörernutzung und Blickfokussierung aufs Smartphone, das aber nur für FB und als Player benutzt wird sowie Verzicht auf eigentlich notwendige Sehhilfen aus Eitelkeit...). Es ist ja durchaus wünschenswert, dass diese Sorte Mensch nicht am Steuer eines Pkws sitzt, aber die sollen sich bitteschön auch nicht über abgeblich schwer zu findende Informationen beklagen...

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