Hinweise auf Streckensperrung bei der Emschertalbahn schwer zu finden

Die Emschertalbahn in Castrop-Rauxel fährt wegen Gleisbauarbeiten nicht. Stattdessen werden Busse eingesetzt. Hier steigt Tobias Sumej (26 Jahre) von Bahnsteig um zum Busbahnhof, um dort in den Bus nach Dortmund zu steigen. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Die Emschertalbahn in Castrop-Rauxel fährt wegen Gleisbauarbeiten nicht. Stattdessen werden Busse eingesetzt. Hier steigt Tobias Sumej (26 Jahre) von Bahnsteig um zum Busbahnhof, um dort in den Bus nach Dortmund zu steigen. Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
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Was wir bereits wissen
Wie bestellt und nicht abgeholt: So stehen ziemlich viele Fahrgäste der Nordwestbahn derzeit auf dem Bahnsteig in Castrop-Süd. Sie warten auf die Emschertalbahn, doch dieser fährt in dieser Woche nicht. Einen Hinweis auf die Streckensperrung findet hier nur, wer ihn sucht und gute Augen hat. Alle anderen stehen sich die Füße in den Bauch.

Castrop-Rauxel.. Wer auf dem Bahnsteig in Castrop-Süd auf die Emschertalbahn wartet, wartet vergebens. Die Bahn fährt in dieser Woche nicht. Doch ein Hinweis auf die Streckensperrung ist schwer zu finden.

Bereits vor knapp zwei Wochen haben die Nordwestbahn und danach die Deutsche Bahn angekündigt, dass ein Abschnitt der Emschertalbahn in Dortmund erneuert wird. Wie berichtet, werden auf einer Länge von 1800 m Schotter und Schwellen ersetzt. Weil die Züge nicht fahren können, wurde ein sogenannter Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet. Die Busse fahren vom Busbahnhof am Münsterplatz nach Herne und Dortmund.

Gelenkbus fährt fast völlig leer

Tobias Sumej saß seit drei Wochen nicht mehr in der Emschertalbahn. Nun wollte er nach Schwerte fahren – und war bass erstaunt, als ihn die Redakteure ansprachen und auf den Ersatzbus hinwiesen. Am Münsterplatz, Bussteig 5, kam dieser wenige Minuten später an. Auch hier: Kein Hinweis auf den Bus, kein Fahrplan, nichts.

Fahrerin Claudia Trappe am Lenker des superlangen Gelenkbusses eines Dortmunder Privatunternehmens fuhr am Dienstagmittag die Strecke von Dortmund Hauptbahnhof nach Herne Bahnhof bereits zum fünften Mal. Zweimal fuhr sie leer, zwei Mal hatte sie je einen Fahrgast und ein Mal sogar drei.

Für die Information der Fahrgäste ist die Nordwestbahn zuständig. Pressesprecherin Karin Hofmann listet auf, was das Osnabrücker Unternehmen in diesem Punkt unternommen hat: „Wir haben in den Zügen Flyer verteilt und Durchsagen gemacht. Die Streckensperrung steht auf unserer Homepage, und der Verkehrsverbund VRR hat eine App für Smart-Phone-Besitzer. Außerdem wurde die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Bahnsteigs und der Leuchtschrift am Bahnsteig beauftragt, den Fahrplan auszuhängen und auf den Ausfall der Züge hinzuweisen.“ Normalerweise funktioniere das auch.

Dem Fehler nachgehen

Jürgen Kugelmann, Pressesprecher der Deutschen Bahn, bestätigt die Angaben: „Die Nordwestbahn ist zuständig, die Informationen weiterzugeben.“ Schon allein aus Datenschutzgründen dürfe sie selbst keine Hinweise auf dem Schriftband am Bahnsteig geben.

Karin Hofmann verspricht, dem Fehler nachzugehen: „Wenn die Anzeige schon mal da ist, muss sie auch funktionieren.“ Und auf den VRR werde sie einwirken, in der App nicht das Kürzel SEV zu verwenden. Denn wer wisse schon, dass damit der Ersatzbus gemeint ist.