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Helfen ohne sich zu gefährden

12.10.2012 | 17:05 Uhr
Helfen ohne sich zu gefährden
Christian Lüdke gibt auch Zivilcourage-Seminare, in denen es unter anderem auch um ein selbstbewussteres Auftreten geht.Foto: Matthias Graben

Castrop-Rauxel. „Als verantwortungsbewusste Menschen dürfen wir nicht wegsehen, wenn Unrecht geschieht und andere in Not sind. Nach Möglichkeit sollten wir dann handeln“, erklärte Psychotherapeut und Kriminalpsychologe Dr. Christian Lüdke. Der aus den Medien und durch Büchern bekannte Referent gab den interessierten Zuhörern im Gemeindezentrum der Heilig-Kreuz Kirche am Donnerstagabend viele Tipps und Ratschläge rund um das Thema „Zivilcourage“.

Mit einer Power-Point Präsentation und Berichten aus seiner eigenen langjährigen Berufserfahrung, unter anderem als psychologischer Ausbilder von Spezialeinheiten der Polizei in NRW, stellte er die neue Stiftung „muTiger“ vor. Diese bietet unter dem Leitgedanken „Zivilcourage ist erlernbar“ und „Jeder kann helfen ohne sich und andere in Gefahr zu bringen“ in besonderen Trainings gezielte Verhaltensübungen für den Notfall an.

„Um das richtige Verhalten in brenzligen Situationen zu üben und sich mit dem Recht auf Schutz und Hilfe zu befassen, ist eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema sinnvoll“, erklärte Lüdke seinen Zuhörern. Um einen kleinen Einblick in die Schulungsarbeit der Stiftung zu geben präsentierte er kurze Filmsequenzen zu Gewaltsituationen. „Die Zivilcourage ist ein aktuell gefragtes Thema und wird immer wichtiger. Sie soll nicht nur auf die typischen Angsträume, wie etwa in Bus und Bahn, sondern auf den gesamten Gesellschaftsbereich ausgeweitet werden“, so der Experte. Nur dann sei ein angenehmes Sicherheitsgefühl in der breiten Öffentlichkeit möglich. Zudem sei die „Zivilcourage“ selbst nicht wirklich erlernbar. Die Bereitschaft zu helfen stecke bereits im Menschen. Der Impuls etwas zu tun sei entscheidend. „Und genau da setzen wir im Training an“, informierte Lüdke. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Psychotherapeut und Psychologe noch Fragen aus dem Publikum. Veranstaltungsorgansiator Georg Soegtrop vom Kolping-Bezirksverband zeigte sich nach dem Gespräch begeistert: „Das Thema ist interessant, weil es alle etwas angeht. Durch das Gespräch mit Dr. Lüdke haben wir heute Abend viele Anregungen bekommen und können uns ein Training gut vorstellen“.

Von Katharina Kalhoff

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