Grundschulen brauchen mehr Integrationshelfer

Der vermehrte Zustrom von Flüchtlingsfamilien wirkt sich spürbar auf die Planungen in den Grundschulen aus. "In Castrop-Rauxel sind für das kommende Schuljahr 4,5 Integrationsstellen beantragt worden, das sind mehr als doppelt so viele wie bislang", berichtete Schulrätin Marita Wrocklage.

Crastop-rauxel.. Ob diese Entwicklung dazu führen werde, dass man die Kinder aus Migrationsfamilien zu einer eigenen Vorbereitungsklasse mit 15 bis 18 Kindern zusammenfasst, konnte die Schulrätin zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Ob wir eine Vorbereitungsklasse einrichten oder im dezentralen Verfahren bleiben, werden wir spätestens im Mai entscheiden", erklärte sie und fügte hinzu: "Es gibt ganz viele gute Gründe - für das eine wie für das andere."

Internationale Förderklassen

Besondere Klassen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zur Erlernung der deutschen Sprache hat es bereits früher an der mittlerweile aufgelösten Grundschule am Grünen Weg gegeben. Im Sekundarschulbereich kommen die Älteren seit Jahren in eine so genannte Internationale Förderklasse (früher Auffangklasse) an der Schillerschule, die im Sommer nach deren Auflösung auch mit nach Ickern zur Franz-Hillebrand-Hauptschule zieht.

"Wir brauchen für eine Vorbereitungsklasse eine bestimmte Schülerzahl, und die wird derzeit regelmäßig abgefragt", berichtete Marita Wrocklage. In einem Telefongespräch mit Bürgermeister Johannes Beisenherz von Mitte März habe dieser zwar mehr Familien in Castrop-Rauxel avisiert. Ob diese allerdings auch Kinder im Grundschulalter hätten, sei unklar geblieben. Man werde aber die Entwicklung im Blick behalten und erforderlichenfalls eine entsprechende personelle Ressource schaffen, versicherte Wrocklage.

Vorbereitungsklasse "Deutsch als Zweitsprache"

Für eine Vorbereitungsklasse mit dem Themenschwerpunkt "Deutsch als Zweitsprache" sei eine halbe Integrationsstelle vorgesehen. Doch für eine Ausschreibung gebe es gegenwärtig noch keine gesicherte Datenlage.

Auf jeden Fall, so Wrocklage, werde sie sich vor einer Entscheidung mit den Schulleitungen verständigen. Gebe es eine Vorbereitungsklasse, müssten auch die Transporte sichergestellt werden.

Anträge von vier Grundschulen:
Integrationskräfte arbeiten derzeit an der Grundschule Am Hügel (1,1 Stellen) sowie an der Wilhelmschule in Dorf Rauxel und der Marktschule in Ickern (jeweils 0,5 Stellen). Für das Schuljahr 2015/16 hat sich die Elisabethschule zusätzlich Integrationsbedarf angemeldet. Alle vier Schulen zusammen haben 4,5 (derzeit 2,1) Stellen beantragt. Die Entscheidung über eine Bewilligung fällt auf jeden Fall vor den Sommerferien.