Grüne ermöglichen WLAN auf dem Lambertusplatz

Beim Bummel durch die Castroper Altstadt schnell eine Bahnverbindung nachschauen, bei Facebook surfen oder die lokalen Nachrichten checken - das ist angedacht, aber noch in weiter Ferne. Lediglich auf dem Lambertusplatz gibt es schon WLAN - dank der Grünen. Wie das funktioniert, verraten wir hier.

Castrop-rauxel.. Die Einkaufstüte in der einen Hand, das Smartphone in der anderen. Wann fährt der Bus ab? Wer hat etwas bei Facebook geschrieben? Und warum waren eben Sirenen zu hören - brennt es irgendwo? In vielen Innenstädten gibt es bereits kostenloses WLAN, über das Besitzer von Mobiltelefonen im Internet surfen können. Auch für die Castroper Altstadt ist das seit längerer Zeit ein Thema.

Während CasConcept als Nachfolger des Cityrings und die Stadtwerke die Umsetzung eines freien Internet-Zugangs in der Altstadt noch prüfen, haben die Grünen längst Nägel mit Köpfen gemacht: Der Stadtverband bietet in der Geschäftsstelle am Lambertusplatz schon seit einiger Zeit einen kostenlosen öffentlichen WLAN-Zugangspunkt an.

Initiative "Freifunker" stellen Dienst bereit

"Wir greifen dabei auf die vergleichsweise neue Initiative ‚Freifunk‘ zurück, die in der Region erfreulicherweise immer mehr eingesetzt wird," erläutert Stadtverbandssprecher Holger Schelte. Die Freifunker sind ein gemeinnütziger Verein, der in den Städten kostenloses Internet zur Verfügung stellen will - über die Gemeinschaft. Privatpersonen, lokale Geschäfte, Unternehmen und Vereine können durch die einmalige Anschaffung eines freifunkfähigen Routers die eigene Internetverbindung mit anderen teilen.

Und das geht so: Die Router sind miteinander verbunden und geben das Internetsignal weiter, auf dem Handy erscheint das Netz mit dem Namen "Freifunk". Ohne Registrierung oder Kosten können Smartphonebesitzer sich einloggen und das Internet nutzen.

Grüne sehen "großes Potential" in der Initiative

"Unser Freifunk-Knoten deckt schon den Lambertusplatz ab. Dadurch haben Bürgerinnen und Bürger dort einen unkomplizierten freien Internetzugang mit ihrem Handy," begeistert sich Castrop-Rauxels Grüner Bürgermeisterkandidat Manfred Fiedler. Seine Partei unterstützt die bürgerschaftliche Initiative ausdrücklich und habe daher den ersten Router in der Altstadt selbst in der Geschäftsstelle installiert, erklärt Fiedler.

Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, dass weitere Knoten in der ganzen Stadt dazukommen. "Wir sehen großes Potential für ein Freifunk-Netz in ganz Castrop-Rauxel. Dem Zugang zu einem freien und leistungsfähigen Internet kommt in der digitalen Gesellschaft grundlegende Bedeutung zu," verdeutlicht Fiedler.

Über einen Router können etwa bis zu 100 User gleichzeitig das freie Netz nutzen. Allerdings natürlich mit Einschränkung: Wenn alle ein bisschen bei Facebook reinschauen. Sollte jedoch einer anfangen, beispielsweise eine Staffel einer Fernsehserie runterzuladen, wäre das Netz ausgelastet.

Unterstützer gesucht

Die Freifunker suchen noch weitere Unterstützer. Es gibt drei Wege, wie Sie die Initiative unterstützen können:

  1. Optimalerweise stellt ein Unterstützer einen Freifunk-Router auf und stellt über seinen eigenen WLAN-Router eine Internetverbindung zur Verfügung. Dann können andere Nutzer sich über den Freifunk-Router anmelden und im Internet surfen.
  2. Ist in der näheren Umgebung bereits ein Freifunk-Router mit Internetzugang vorhanden, reicht es aus, einen Freifunk-Router in eine Steckdose zu stecken und so die Reichweite zu erhöhen. Dafür wird nur eine Steckdose benötigt.
  3. Die Wartung der Geräte und der Status als Provider-Server, um die Störerhaftung auszuschließen, kosten jährlich viel Geld. Die Freifunker haben daher ein Spendenkonto eingerichtet. Weitere Infos dazu gibt es hier.
Weiterführende Links zum Thema
Eine Karte mit allen Freifunk-Standorten im Großraum Recklinghausen gibt es hier.
Eine Anleitung, wie man einen Router einrichtet, gibt's auf dieser Seite.
Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Rechtssicherheit beim Freifunken gibt es hier.