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Hospiz in Westrich

Grümer-Hospiz steht noch immer leer

11.10.2012 | 18:52 Uhr
Grümer-Hospiz steht noch immer leer
Der Neubau steht noch leer: Das Hospiz an der Bockenfelder Straße in Dortmund-WestrichFoto: Thomas Goedde

Vor vier Monaten eröffneten Elisabeth Grümer und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau das Hospiz St. Elisabeth an der Bockenfelder Straße in Dortmund-Westrich. Was sie damals nicht ahnten: Bis heute steht das schmucke Gebäude wenige Meter hinter der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze leer. Denn es ist der Hospiz-Trägerin bislang nicht gelungen, einen Versorgungsvertrag mit dem Verband der Ersatzkassen abzuschließen.

„Wenn man mir das im Juni prophezeit hätte, dass wir noch keine Gäste haben, ich hätte es nicht für möglich gehalten“, zeigte sich gestern Hans-Hugo Kurrek, stellvertretender Vorsitzender der Elisabeth-Grümer-Hospiz-Stiftung und 2. stellv. Bürgermeister, konsterniert. Und Ralf Sprave, Vorsitzender des Fördervereins, stöhnt: „Jeder Tag, der dahin plätschert, kostet Geld.“

Doch an der Verzögerung, das sieht man in der Stiftung selbstkritisch, sind die Castrop-Rauxeler selbst schuld. Denn erst im Frühjahr wurde die Gespräche mit dem Verband der Ersatzkassen e. V. (Düsseldorf), dem Verhandlungspartner der Stiftung, aufgenommen. Verbandssprecher Dirk Ruiss: „Wir bedauern, dass man nicht frühzeitig mit uns in Kontakt getreten ist.“ Hans-Hugo Kurrek bestätigt: „Als man uns in Düsseldorf nicht wahrgenommen hat, haben wir uns selbst gekümmert. Wir vom Vorstand müssen nun die Gespräche führen.“

Die nächste Runde, an der nicht mehr der Förderverein, sondern Stiftungsanwältin Silke Stachowiak und Pflegedienstleiterin Margret Budde teilnehmen, soll noch im Oktober stattfinden. Ein Knackpunkt: Muss das Hospiz erst die schon lange bereit stehenden zwölf Pflegerinnen einstellen, damit der Verband den Vertrag unterzeichnet? Oder muss erst der Vertrag abgeschlossen werden, um dann das Personal einzustellen? Das Hospiz wäre gerne mit vier Angestellten gestartet, doch das lässt der Verband nicht zu.

Ein weiteres Problem: Was muss der Verband der Ersatzkassen bezahlen, und was nicht? Es geht um einen Satz von 236 Euro pro Tag und Gast, also gut 1 Mio. Euro pro Jahr. Dazu kommen die Verwaltungskosten. Hans-Hugo Kurrek geht von 1,1 Stellen pro Gast aus. Das Haus bietet Platz für zwölf Bewohner. Dirk Ruiss macht keinen Hehl daraus, dass der Verband hart verhandelt: „Wir streiten in Westfalen-Lippe schon lange mit den Hospizen.“ Die Forderung der Stiftung „war definitiv zu hoch. Wir haben ein Gegenangebot gemacht.“

Wie auch immer: Noch im Herbst soll der Vertrag unterschriftsreif sein. Hans-Hugo Kurrek: „Wir hoffen, spätestens im Januar starten zu können.“

Rüdiger Hagenbucher


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