Glücksbringer
30.12.2007 | 18:43 Uhr 2007-12-30T18:43:49+0100Schornsteinfeger Christoph Schulte bei allen Menschen sehr beliebt. Er bekommt Küsse und viele Streicheleinheiten, nicht nur an Silvester. ...
... In seiner Werkstatt hängt übrigens ein HufeisenEr und seine Kollegen sind als wandelnde Glücksbringer besonders zum Jahresende sehr beliebt: Über das Jahr 2008, Küsse und Umweltschutz sprach Felix Ehlert mit Schornsteinfeger Christoph Schulte. Wie oft holen sich die Menschen Glück von Ihnen ab?
Schulte: Das kommt oft vor, mindestens einmal am Tag. Die meisten fragen, was sie für das Glück machen sollen. In meiner Lehre hieß es, dass nur küssen hilft. Das sage ich aber nicht jedem (lacht). Der Aberglaube kommt noch von früher, als Schornsteinfeger durch Kehren des Kamins die Brandgefahr senkten und damit quasi Glück brachten. Da haben sich die Hausfrauen eben mit einem Küsschen bedankt.
Auch heute wird noch geküsst?
Schulte: Ja, schon. Aber egal, was die Leute machen - küssen, berühren oder sonst etwas - solange sie dran glauben, ist es gut.
Wird das mehr, wenn es auf Silvester zugeht?
Schulte: Auf jeden Fall. Erst gerade eben wurde ich wieder angesprochen. Dabei sind am Tag in der Stadt bestimmt 15 Schornsteinfeger unterwegs. Nur erkennt man die nicht immer auf den ersten Blick, wenn sie nur eine schwarze Latzhose tragen.
Nervt das Glückbringen auch mal?
Schulte: Nee, noch nie. Ich sage auch mal auf Hochzeiten Sprüche auf, immer gerne.
Gibt es bei Ihnen zu Silvester Schornsteinfeger als Dekoration?
Schulte: Die haben wir dauerhaft. Ein paar Werkzeuge, eine Marionette, bei uns ist immer Silvester.
Wer bringt denn mehr Glück, Sie, ein Schwein oder ein Hufeisen?
Schulte: Das hält sich die Waage. Nur sind Schornsteinfeger greifbarer. Wer auf dem Bauernhof ein Schwein sieht, wird das nicht mit Glück verbinden. Uns dagegen verknüpfen damit bestimmt 90 Prozent der Menschen.
Haben Sie selbst einen Glücksbringer?
Schulte: Bei mir im Büro hängt ein Hufeisen. Ansonsten ist mein Vater mein Glücksbringer.
Wie verbringen Sie Silvester?
Schulte: Wir feiern gemütlich in einer Kneipe.
Wofür brauchen Sie im Jahr 2008 besonders Glück?
Schulte: Für meine Bewerbung bei der Berufsfeuerwehr (lacht).
Und die Stadt Castrop-Rauxel?
Schulte: Damit die Arbeitslosigkeit hier sinkt, die Konjunktur besser in Gang kommt. Und vielleicht ein paar Schlaglöcher beseitigt werden.
Schornsteinfeger ist ein echter Umweltschutzberuf. Was können Sie 2008 für die Umwelt tun?
Schulte: Sehr viel, das wissen die meisten Leute gar nicht. Wir messen ja auch Heizleistungen und veranlassen, dass weniger Gas verloren geht. Dadurch wird weniger CO2 freigesetzt. 60 Prozent der Schornsteinfeger sind auch schon zugelassene Energieberater, die Ihnen sagen können, wo sie sparen und die Umwelt schonen können.
Die Frage nach den guten Vorsätzen ist kurz vor dem Jahreswechsel obligatorisch . . .
Schulte: Ich habe noch nie geraucht, ich trinke keinen Alkohol und bin meistens der Fahrer für alle. Aber sportlicher möchte ich werden, auch in Hinblick auf den Einstellungstest der Feuerwehr.
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