Geständnis soll Castroper vor Gericht belohnen

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Castrop/Dortmund.. Als einziger aus der Vierer-Clique, die laut Anklage einen Mann zusammengeschlagen haben soll, hatte ein junger Castroper (19) an der Seite seines Verteidigers Axel von Irmer auf der Anklagebank des Dortmunder Landgerichtes eine Aussage gemacht. Und das soll, so Staatsanwalt Henner Kruse, belohnt werden.

Während er für die Freunde des Castropers wegen gefährlicher Körperverletzung Gefängnisstrafen zwischen fünf Jahren und sechs Jahren neun Monaten forderte, soll der 19-Jährige mit einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten davonkommen – ausgesetzt zur Bewährung. Was die Anklage allen Vieren vorwarf, ist haarsträubend: Demnach haben sie am 23. Januar 2011 im Auftrag eines gehörnten Liebhabers dessen Nebenbuhler brutalst zusammengeschlagen. Während das Quartett zu Prozessauftakt Mitte Dezember zunächst geschlossen geschwiegen hatte, scherte der junge Castroper Anfang des Jahres aus.

Der Auftraggeber habe ihn damals gefragt, ob er nicht jemanden wüsste, der einen Mann zusammenschlägt – und zwar gegen Zahlung eines Kopfgeldes von 1000 Euro. Er habe damals eine Geschichte gehört, dass jener Mann sein behindertes Kind schlecht behandele und auch seine Ehefrau: All das habe ihn bewogen, einen alten Schulfreund anzusprechen. Jener Schulfreund erschien ihm damals für die „Auftragsschlägerei“ geeignet. Seine Rolle habe sich angeblich darauf beschränkt, den abscheulichen Auftrag nur weiterzuleiten und das Kopfgeld einzusammeln, von dem er selbst nichts gesehen haben will. Bei dem brutalen Überfall selbst will er gar nicht dabei gewesen sein.

Fakt ist: Das Opfer, der Nebenbuhler des Auftraggebers, wurde vor seiner Haustür in Lünen krankenhausreif geschlagen. Der mutmaßliche Auftraggeber sitzt übrigens selbst wegen Mordes auf der Anklagebank des Schwurgerichtes: Seiner Freundin erging es nämlich noch viel schlimmer als dem Nebenbuhler: Die 32-jährige Yasemin wurde in Lünen erwürgt, ihre Leiche in einem Gebüsch an der Autobahn nahe Venlo gefunden. Und dafür ist nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft jener Mann verantwortlich, der auch die Schlägerei in Auftrag gab.