Geschichten, die das Leben schreibt
03.02.2012 | 16:42 Uhr 2012-02-03T16:42:00+0100
Castrop-Rauxel.Sie erzählen Geschichten, die so in keinem Buch zu finden sind. Geschichten, die das Leben schreibt – solche, die Erinnerungen wach halten, Zeitgeschehen widerspiegeln und zugleich Orientierung bieten. Es sind die Geschichten der Generationen, die der Zukunft und die der Vergangenheit.
Diesen Erzählungen und Erfahrungen spüren die Darstellerinnen des „Theatro Odysseus Schwestern“ seit Oktober vergangenen Jahres nach. Für ihr neues Stück haben die Frauen der interkulturellen Laienschauspielgruppe das spannende Thema „Generationen“ gewählt. Gemeinsam erarbeiten sie nun ihr Bühnenwerk, das Ende April Premiere feiern wird. Auszüge des Stücks werden die Darstellerinnen aber bereits am 17. März beim Ball der Frauenkulturtage in der Agora zeigen.
„Wir haben in der Anfangsphase zunächst Material und Ideen gesammelt“, erzählt Regisseurin Erika Römer die Entstehungsgeschichte des Werkes. Im Zuge des kreativen Gedankenaustausches habe sich die Frauengruppe dann zunehmend dem Thema Generationen angenähert. „Wir haben biografische Interviews geführt, über Familiengeschichte gesprochen, was sehr interessant war, da die Vorfahren der Frauen teilweise von überall her gekommen sind“, fährt Erika Römer fort.
All diese Erzählungen, Erinnerungen und Erfahrungen verknüpfen die Teilnehmerinnen zu einem Stück mit Parallelen zur europäischen Geschichte. „Hinzu kommen literarische Texte, die zum Thema passen“, erklärt die Regisseurin. „Es geht darum, dass die Generationen, egal welchen kulturellen Hintergrund sie haben, mehr voneinander erfahren.“ Für die Zuschauer, aber auch für die Akteure sollen sich durch die Geschichten neue Perspektiven eröffnen. „Man soll ein Bewusstsein für den anderen bekommen, ein Generationen-Bewusstsein.“
Zugleich bietet das Stück die Möglichkeit, sich zu erinnern, zu verarbeiten. „Die Frauen erzählen ja von sich“, sagt Erika Römer, „und in ihren Geschichten kann sich der ein oder andere Zuschauer gewiss wiederfinden.“ Darüber hinaus erfahren die Kulturen mehr von einander.
Eine Bereicherung
Erika Römer betont allerdings, dass weder Integration noch Emanzipation ihre Intentionen seien. „Ich will mit den Frauen Theater machen.“ Und das bereite sowohl ihr als auch den Teilnehmerinnen größte Freude. „Es macht viel Spaß“, bestätigt Wanda Tonshöfer. Die 69-Jährige ist seit Gründung der Gruppe dabei. Erst sei es ihr schwer gefallen, auf der Bühne etwas von sich preis zu geben. Mittlerweile aber empfinde sie die kreative und interkulturelle Theaterarbeit als große Bereicherung.
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