Das aktuelle Wetter Castrop-Rauxel 12°C
Kultur

Geschichten, die das Leben schreibt

03.02.2012 | 16:42 Uhr
Geschichten, die das Leben schreibt
Die Frauen-Theatergruppe „Odysseus Schwestern“ erarbeitet derzeit ihr neues Stück zum Thema Generationen. Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool

Castrop-Rauxel.Sie erzählen Geschichten, die so in keinem Buch zu finden sind. Geschichten, die das Leben schreibt – solche, die Erinnerungen wach halten, Zeitgeschehen widerspiegeln und zugleich Orientierung bieten. Es sind die Geschichten der Generationen, die der Zukunft und die der Vergangenheit.

Diesen Erzählungen und Erfahrungen spüren die Darstellerinnen des „Theatro Odysseus Schwestern“ seit Oktober vergangenen Jahres nach. Für ihr neues Stück haben die Frauen der interkulturellen Laienschauspielgruppe das spannende Thema „Generationen“ gewählt. Gemeinsam erarbeiten sie nun ihr Bühnenwerk, das Ende April Premiere feiern wird. Auszüge des Stücks werden die Darstellerinnen aber bereits am 17. März beim Ball der Frauenkulturtage in der Agora zeigen.

„Wir haben in der Anfangsphase zunächst Material und Ideen gesammelt“, erzählt Regisseurin Erika Römer die Entstehungsgeschichte des Werkes. Im Zuge des kreativen Gedankenaustausches habe sich die Frauengruppe dann zunehmend dem Thema Generationen angenähert. „Wir haben biografische Interviews geführt, über Familiengeschichte gesprochen, was sehr interessant war, da die Vorfahren der Frauen teilweise von überall her gekommen sind“, fährt Erika Römer fort.

All diese Erzählungen, Erinnerungen und Erfahrungen verknüpfen die Teilnehmerinnen zu einem Stück mit Parallelen zur europäischen Geschichte. „Hinzu kommen literarische Texte, die zum Thema passen“, erklärt die Regisseurin. „Es geht darum, dass die Generationen, egal welchen kulturellen Hintergrund sie haben, mehr voneinander erfahren.“ Für die Zuschauer, aber auch für die Akteure sollen sich durch die Geschichten neue Perspektiven eröffnen. „Man soll ein Bewusstsein für den anderen bekommen, ein Generationen-Bewusstsein.“

Zugleich bietet das Stück die Möglichkeit, sich zu erinnern, zu verarbeiten. „Die Frauen erzählen ja von sich“, sagt Erika Römer, „und in ihren Geschichten kann sich der ein oder andere Zuschauer gewiss wiederfinden.“ Darüber hinaus erfahren die Kulturen mehr von einander.

Eine Bereicherung

Erika Römer betont allerdings, dass weder Integration noch Emanzipation ihre Intentionen seien. „Ich will mit den Frauen Theater machen.“ Und das bereite sowohl ihr als auch den Teilnehmerinnen größte Freude. „Es macht viel Spaß“, bestätigt Wanda Tonshöfer. Die 69-Jährige ist seit Gründung der Gruppe dabei. Erst sei es ihr schwer gefallen, auf der Bühne etwas von sich preis zu geben. Mittlerweile aber empfinde sie die kreative und interkulturelle Theaterarbeit als große Bereicherung.

Sabine Latterner

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6312248/create

Aktuelle Fotos und Videos
.Wurst, Käse und Blumen
Bildgalerie
Viel Geschrei um ...
KiJuPa gegen Rat
Bildgalerie
Fussball
Jüngste halten sich fit
Bildgalerie
Kinderturnen
Alternatives Sportfest
Bildgalerie
Waldschule
Aus dem Ressort
Auf Schwerin wird Stricken zur Leidenschaft
Generationentreffpunkt
Ganz so generationenübergreifend wie erhofft ist es dann doch nicht ausgefallen, das erste Treffen der Handarbeitsgruppe im Generationentreffpunkt. „Schade, ich dachte, es kommen ein paar junge Leute vorbei, denen ich das Stricken beibringen kann“, meint Teilnehmerin Silvia Weber.
Auf der Suche nach den Wildkräutern
Volkshochschule
Welche Kräuter oder Kräuterteile kann man wie und wofür nutzen? Die VHS lädt interessierte Familien am Samstag, 2. Juni, um 11 Uhr ein, sich gemeinsam mit Förster Olav Möllemann auf die Suche nach Wildkräutern zu begeben.