Gegen das Vergessen
15.11.2009 | 14:13 Uhr 2009-11-15T14:13:00+0100
Am gestrigen Volkstrauertag wurde auf dem Waldfriedhof der Kriegsopfer gedacht.
Die Erinnerung dürfe nicht sterben, betonte Pastor Reinhard Hörmann. „Auch wenn es keine Kriege bei uns gibt, es gibt sie doch um uns herum, manchmal sind sie näher, als wir glauben.” Hörmann appellierte: „Wir müssen aufstehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen.”
Das war seine zentrale Botschaft am gestrigen Volkstrauertag, gemeinsam mit vielen Castrop-Rauxeler Bürgen, Vertretern aus Verwaltung und Politik sowie mit Mitgliedern aus Vereinen und Verbänden gedachte Hörmann der Kriegsopfer. Alle hatten sich am Mahnmal auf dem Waldfriedhof eingefunden, legten Kränze nieder und verliehen dem Gedenktag dadurch Gewicht.
„Was wäre, wenn der nicht mehr im Kalender stünde?”, fragte Hörmann rhetorisch. „Was wäre, wenn sich niemand mehr erinnern würde? Würden die Menschen etwas vermissen?” Der Volkstrauertag, er habe nicht an Wichtigkeit verloren, untermauerte der Pastor in seiner Ansprache. „Einige haben das Leid, Gott sei Dank, nicht am eigenen Leib erfahren, haben sich das Wissen darüber angelesen.” Für viele seien die Kriege nur noch in Büchern, auf Bildern präsent, konturenhaft. Vergessen mache sich breit.
„Dabei sind wir nicht sorglos”, so Hörmann weiter. Die Bedrohung durch Terror und Fanatismus habe seit dem 11. September ein Gesicht bekommen. Krieg herrsche weiterhin in vielen Ländern, fordere Menschenleben. „Allein in diesem Jahr sind etliche Zivilisten und Soldaten gestorben, seit 1992 mussten 81 Soldaten bei einem Auslandseinsatz ihr Leben geben”, nannte der Pastor Zahlen.
Erschreckend sei es, wie schnell der Mensch bereit sei, Probleme durch Militäreinsätze zu lösen. Der Trauertag sei ein weisendes Symbol, er verdeutliche, dass die Wahrung des Friedens ganz wesentlich sei. Reinhard Hörmann: „Wir dürfen niemanden aufgrund seiner Nationalität vorverurteilen.” Auch daran solle der Tag die Menschen erinnern.
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