Frührentner für Ohrfeige an 14-Jähriger in Castrop-Rauxel zu Geldstrafe verurteilt

Zu 500 Euro Geldstrafe ist ein Frührentner verurteilt worden, weil er eine 14-Jährige ins Gesicht geschlagen hatte.
Zu 500 Euro Geldstrafe ist ein Frührentner verurteilt worden, weil er eine 14-Jährige ins Gesicht geschlagen hatte.
Foto: WAZ FotoPool
Zu einer Geldstrafe von 500 Euro wurde ein Frührentner vom Amtsgericht in Castrop-Rauxel verurteilt. Er hatte im vergangenen Oktober einer 14-Jährigen ins Gesicht geschlagen. Das Mädchen war ihm auf dem Radweg entgegen gekommen und war ihm zunächst noch ausgewichen, bevor er sie vom Rad holte.

Castrop-Rauxel.. Patzig schilderte Kurt M. den Vorfall aus seiner Sicht: Das Mädchen sei frech gewesen, habe eine doofe Bemerkung gemacht, „da habe ich ihr eine gescheuert“.

Und nun, nun musste sich der 50-jährige Frührentner wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im Oktober vergangenen Jahres völlig unangemessen reagiert zu haben: Er soll eine 14-jährige Schülerin vom Rad gerissen, sie angeschrien und geohrfeigt haben.

Die Mädchen kamen auf den Mann zu und versuchten ihm auszuweichen

„Meine Freundin und ich sind an dem Tag vom Training gekommen“, berichtete das geschädigte Mädchen. „Wir sind auf der Lange Straße mit der Rad über den rot markierten Radweg gefahren.“ Dort, etwa auf Höhe eines Restaurants, sei ihnen der Angeklagte zu Fuß entgegen gekommen. „Er lief auf dem Radweg“, so die Schülerin. „Weil er eine große Sonnenbrille trug, obwohl die Sonne gar nicht schien, dachten wir erst, er sei blind.“ Also wechselten sie und ihre Freundin auf den Gehweg. „Er ist dann aber auch rüber.“

An einer Engstelle habe ihre Freundin Kurt M. dann versehentlich mit dem Lenker ihres Rades touchiert. Die Schülerin entschuldigte sich und fuhr weiter. „Als ich dann auch an ihm vorbei wollte, hat er mich gepackt, vom Rad gezogen und mir ins Gesicht geschlagen.“ Und geschrien habe er: „Warum benutzt ihr nicht den Radweg?“, soll er geätzt haben.

Sachverständiger untersucht Angeklagten

„Die sind ungebremst auf mich zu, der Lenker hat mich voll erwischt“, pampte er vor Gericht weiter. Er sei ins Straucheln geraten, habe sich nur so gerade eben noch fangen können – die beiden Mädchen bestätigten dies allerdings nicht. Durch die ruckartige Bewegung, fuhr er fort, habe er, bedingt durch einen dreifachen Bandscheibenvorfall, starke Schmerzen erlitten. „Ich musste in die Notaufnahme“, sagte der Angeklagte, den der Sachverständige als „Sonderling“ bezeichnete.

Der Facharzt für Neurologie hatte sich vor der Verhandlung der Frage gewidmet, ob der 50-Jährige überhaupt schuldfähig sei. Mit dem Ergebnis, dass keine psychische Störung, die ein derartiges Verhalten erklären könnte, vorliege.

Strafe von 500 Euro

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen à zehn Euro. Der Richter aber folgte diesem Antrag nicht: Er verurteilte M. zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à zehn Euro. Der Angeklagte, mahnte er, hätte sich im Griff haben müssen.

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