Frühe Förderung in der Familie
07.09.2007 | 04:34 Uhr 2007-09-07T04:34:27+0200Sozial- und Heilpädagogen des Caritasverbandes arbeiten zu 90 Prozent außerhalb der Beratungsstelle im Don-Bosco-Haus. Seit 30 Jahren bewährtes Angebot. Neues Konzept in Vorbereitung
Seit 30 Jahren sind im Kreis Recklinghausen sechs Stellen der "Heilpädagogischen Frühförderung" eingerichtet. Auf den bewährten Inhalten aufbauend, diskutieren zur Zeit die Gremien auf Grund geänderter Bundesgesetzgebung über eine neue Konstruktion. Angedacht sind interdisziplinäre Anlaufstellen, in denen die Teams aus Sozial- und Heilpädagogen um Therapeuten und einen Kinderarzt erweitert werden.
Die "Heilpädagogische Frühberatung" für die Städte Castrop-Rauxel, Waltrop, Datteln und Oer-Erkenschwick liegt in der Federführung des Castrop-Rauxeler Caritasverbandes. Die sechs Mit-arbeiterinnen unter Leitung von Cornelia Köllner haben ihre Büro- und zwei Praxisräume im Don-Bosco-Haus am Engelsburgplatz. Doch 80 bis 90 Prozent der Tätigkeit findet zuhause bei den Kindern statt.
In erster Linie machen die Ärzte die Eltern auf das Angebot der Frühförderung aufmerksam, wenn Entwicklungsverzögerungen bei den vorgeschriebenen Vorsorge-Untersuchungen festgestellt werden. Das Team setzt unterhalb der Krankentherapie an, deshalb heißt die Leistung auch Sprach- oder Bewegungsanbahnung. Schon Säuglinge zählen zur Klientel der Frühförderung. In den letzten Jahren kommen allerdings immer mehr Kindergartenkinder in die Beratungsstelle, die durch Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten auffallen, die wiederum auch Sprachverzögerungen nach sich ziehen können.
Im Schnitt kümmern sich die Mitarbeiterinnen der Frühförderung im Monat um 90 Kinder. Die Kosten werden in der Regel für ein Jahr übernommen, bei über Dreijährigen jeweils für ein halbes Jahr. Die heilpädagogische Förderung zielt auf Kinder mit Behinderungen, Risikokinder, Frühgeborene, entwicklungsverzögerte Kinder oder von Behinderung bedrohte Kinder. Gefördert werden die Grobmotorik wie Krabbeln, Laufen oder Klettern, Feinmotorik wie Greifen und Handgeschick, Wahrnehmung wie Fühlen, Sehen, Hören, Erkennen von Zusammenhängen, Sprechen und Verstehen, Essen und Anziehen und Sozialregeln einhalten. Cornelia Köllner ist sich bewusst, dass ein behindertes Kind ein behindertes Kind bleibt. Ein Erfolg ihrer Arbeit bestehe für sie aber dann, wenn die Eltern mit dem "Problemkind" besser zurechtkommen.
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