Falschparker greift Politesse verbal an
15.04.2011 | 18:04 Uhr 2011-04-15T18:04:00+0200
Castrop-Rauxel. Amtsrichter verurteilt arbeitslosen Tischler nach verbaler Attacke auf Politesse zu einer Geldstrafe.
Unschöne Begegnungen mit Falschparkern ist die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes gewohnt. Diese aber war besonders unschön. Als die Politesse am frühen Abend des 29. Aprils 2010 ein Knöllchen verteilt, muss sie wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Doch der Halter des geparkten Wagens, der an der Hugostraße/Ecke Lange Straße im absoluten Halteverbot steht, beleidigt die 47-Jährige nicht nur, er bedrängt sie auch, verfolgt sie.
Gestern musste sich der arbeitslose Tischler deshalb wegen Beleidigung und Bedrohung vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht verantworten. Er habe die Geschädigte als „blöde Ziege“ und als „Arsch“ tituliert, heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft. Zudem sei der Beschuldigte ihr mit dem Wagen gefolgt und haben sie mit dem folgenden Worten bedroht: „Du cooles Arsch, nimm’ deinen Arsch von der Straße, sonst fahre ich dich platt.“ Die Frau sei daraufhin in ein Geschäft auf der Lange Straße geflüchtet.
Der Angeklagte mochte sich an jenen Vorfall nicht erinnern, wirkte fast gleichgültig. „Ich weiß nicht, was ich an dem Tag gemacht habe“, erklärte der Angeklagte, der die Geschädigte in der Vergangenheit noch ein weiteres Mal verbal attackiert hatte. Nachdem der Castrop-Rauxeler Strafrichters ihn in dieser Sache freigesprochen hatte, verhängte das Dortmunder Landgericht in der Berufung schließlich eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro.
Und auch nach der gestrigen Verhandlung lautete das Urteil: Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft forderte 70 Tagessätze à zehn Euro. Der Richter folgte dem Antrag. Er sei überzeugt, so der Vorsitzende, dass es sich so zugetragen habe, wie von den drei Zeugen zuvor geschildert.
Streit habe es wegen der Verwarnung gegeben, sagte die Geschädigte. Jenes Gespräch habe sie so vielleicht noch stehen lassen, jedoch nicht das, was dann noch kam. „Ich habe meinen Dienst zu Fuß Richtung Nordstraße fortgesetzt“, berichtete die 47-Jährige. Er sei mit dem Wagen hinter ihr her, habe sie gar mit dem Pkw umkreist. Aus dem Auto heraus habe er sie beleidigt und bedroht, ihr die Verwarnung vor die Füße geworfen.
Lautstarke Beschimpfungen hatten an diesem Apriltag auch zwei unbeteiligte Zeugen vernommen. „Ich war draußen vor meinem Kiosk, als das Theater los ging“, so ein 66-Jähriger, der sich sicher war, dass der bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getretene Angeklagte auch der Täter sei.
Ebenso sicher war sich ein 53-Jähriger. „Er war es“, sagte der Besitzer eines Ladenlokals auf der Lange Straße. Der Angeklagte habe der Politesse gesagt, sie solle sich verpissen. Und noch ein weiteres unschönes Wort sei gefallen, so der Zeuge. Er sei einfach nur „baff“ gewesen sei, als er von dem Eklat mitbekommen habe.
19:48
Das nimmt ja langsam Überhand im Bereich Lange Strasse und Real Markt.
Meinen Staatsanwalt und Richter wirklich, diesem unsäglichen Treiben mit einer Geldstrafe - ausgerechnet gegen einen Arbeitslosen - wirklich Einhalt gebieten zu können?
Derartig massive Beleidigungen sollten endlich einmal mit ein paar Tagen gesiebter Luft honoriert werden, damit der Mob in die Schranken gewiesen wird, alternativ darf der arbeitslose Tischler seine Freizeit, die er im Übermass hat, gerne damit verbringen, in den Parks der Stadt die Hinterlassenschaften der Vierbeiner zu beseitigen - die SPD Ickern wird´s freuen.
Mal ehrlich, charakterlich ist der Mann doch wirklich nicht geeignet, einen PKW zu steuern - mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und dann eine Politessenbeleidigung zum Schnäppchenpreis von 700,00€ - ich versteh´s nicht.