ExtraSchicht lockt Hunderte in die Stadt

Die 15. ExtraSchicht ließ den Pott Samstagnacht brodeln. Vom westlichen Ruhrgebiet bis in den Osten von Moers bis Unna verwandelten 2000 Künstler 20 Städte in eine Bühne der kulturellen Extraklasse. An der Stadtgrenze zu Castrop zog der Besucherstrom auf dem Gelände der Zeche Zollern am Grubenweg in Bövighausen von einer Attraktion zur nächsten.

Castrop-rauxel.. Zwischen Ausstellungen und Zechenführungen begeisterte das Tanzensemble "Pottpurus" mit Ausschnitten aus "Ein Stück Wasser". Die Mischung aus Hip Hop und Modern Dance kam gut an. Das Stück der jungen Künstlerin Kama Frankl feierte kurz vorher, noch am selben Tag, im Bochumer Schauspielhaus Premiere.

Nicht ganz so witzig wie sonst

Auf einer anderen Bühne bekam die Big Band "Groove" schon beim Soundcheck den ersten kräftigen Applaus. Im Magazin der Zeche bedienten die AWO-Oppas vom Ensemble Geierabend aktuelle Themen rund um Arbeit, Gewerkschaft und Rentner im Altenheim. Obwohl der "Bufdi Knut das A…" nicht fehlte, präsentierten sich die Oppas allerdings nicht ganz so witzig wie gewohnt.

Wer direkt in Castrop-Rauxel blieb, genoss den schottisch-irischen Flair im Parkbad Süd. Hier war die Stimmung kuschelig und familiär. In dem ehemaligen Schwimmbecken tummelten sich so viele Gäste, dass die Guinnessquelle nach vierstündigem Dauereinsatz um 22 Uhr plötzlich erlosch. Bis dahin zählte die Helfermannschaft vom Verein "Hände weg vom Stadtgarten" bereits den 1800. Besucher. "Das ist ein echter Rekord", sagte Vorsitzender Dr. Philipp Walkenhorst nicht ohne Stolz.

Steven Wels, Noch-Inhaber der Parkbadgastronomie und selbst passionierter Musiker, hatte für die Besucher ein Programm zusammen gestellt, das den Leuten gut gefiel. Mit dem legendären "Scotland The Brave" zog die Dudelsackband "The Rhine Area Pipes & Drums Düsseldorf" die Zuschauer von Anfang an in ihren Bann. Dicht gedrängt feierten die Gäste im Becken mit. Nach einer kurzen Pause saß niemand mehr ruhig auf den wenigen Gartenstühlen. Füße wippend und tanzend folgten die Zuschauer den Klängen der Irish-Folk-Band Vegetable. Nach der rasanten Feuershow mit fliegenden Fackeln und brennendem Feuerrad, zogen viele Kulturfans zum nächsten Festspielort.

Party im Schiffshebewerk

Dazu gehörte natürlich auch wieder das Schiffshebwerk in Henrichenburg. Hier wartete die Fontänenshow "Flames of Water" ab 22.30 Uhr jede halbe Stunde auf Gäste. Tirzah Haase sollte Filmsongs singen, historische Schiffstouren über den Rhein-Herne-Kanal wurden angekündigt und ab Mitternacht hatte sich das Süder Palastorchester mit Big-Band-Sound angesagt.