Eine Zuhause nicht nur für Vögel
23.02.2012 | 17:05 Uhr 2012-02-23T17:05:00+0100
Castrop-Rauxel. In der Grundschule Alter Garten gibt es eine ganz besondere Holz-AG.
Im Foyer der Grundschule Alter Garten geht es so laut zu wie in einer echten Werkstatt. Fast pausenlos sind hämmernde oder bohrende Geräusche zu hören. Das Besondere: In der Henrichenburger Schule schwingen acht neun- bis zehnjährige Mädchen den Hammer, bohren und schleifen.
Die Kinder haben sichtlich Freude beim Handwerken. Kein Wunder. Schließlich haben sich die Mädchen freiwillig für die Arbeit mit dem Holz gemeldet. Drei ehrenamtlich engagierte Rentner helfen den jungen Handwerkerinnnen bei der Anfertigung der Nistkästen. Schon nach drei Wochen Projektzeit haben einige von ihnen ihre hölzernen Kästen fertiggestellt.
Die neunjährige Mona Kapteinat hat soeben als letzten Schritt ihren Vornamen an der Vorderseite ihres Kastens eingraviert. Ihre Arbeit gleicht keiner anderen. Der Kasten verfügt über kein Loch, sondern nur einen Schlitz an der Unterseite. „Das ist ein Fledermauskasten“, sagt sie. Zuhause im Garten, da hängt bereits eine Ruhestätte für die nachtaktiven Flugtiere. „Ich mag sie einfach“, sagt die Schülerin.
Auch im Innern erfordert ein Fledermauskasten einige Besonderheiten. So hat Mona mit Stemmeisen und Hammer Kerben ins Holz getrieben. Dadurch sind kleine Widerhaken an den Innenwänden hervorgetreten, woran sich die Flugtiere mit ihren Krallen festhalten können, wenn sie sich kopfüber zur Ruhe begeben. Mona hofft, dass mehrere Fledermäuse hier Unterschlupf suchen. „Ein paar passen ja hinein“, meint die Neunjährige.
Auf viele Jungtiere hofft auch Alina Broll. Die Zehnjährige hat einen Nistkasten angefertigt. Nur noch die Dachpappe fehlt. Zuvor hat die Zehnjährige die Einzelteile für das kleine Häuschen passend gesägt. Dafür verwendete sie eine Laubsäge. „Ich habe auch Schmirgelpapier benutzt“, berichtet die junge Handwerkerin. Eine raue Oberfläche ist anders als bei den Fledermäusen hierbei nicht notwendig.
Ohne die Unterstützung der drei ehrenamtlichen Helfer wäre es für die Kinder kaum möglich gewesen, derartige Holzkästen anzufertigen. Günter Scheuermann hatte seinerzeit wegen seines eigenen Enkelkindes mit der AG in der Grundschule begonnen. Seit drei Jahren gibt es das handwerkliche Angebot. Dass diesmal ausschließlich Mädchen werkeln, macht dem 73-Jährigen nichts aus. „Sehen Sie selbst, wie viel die Kinder handwerklich drauf haben!“, freut er sich. Die Kinder bekommen von den Senioren mehr mit, als nur eine Abwechslung zum Fernsehen oder einer Spielekonsole. „Bei der Arbeit merken die Kinder auch, dass sie sich gegenseitig helfen müssen“, so Scheuermann. Es passt einfach zusammen. Den Rentnern bereitet die Holzarbeit ebenso Freude wie den Kindern. Auch sie mussten sich das Schreinern neu beibringen. In ihren ursprünglichen Berufen hatten Dieter Schröder, Johannes Lojack und Günter Scheuermann keine Berührung mit Holz. „Es ist eine Freude zu sehen, wenn die Kinder mit einem fertigen und selbst gemachten Produkt nach Hause gehen.“ Die Holzkästen verbleiben jedoch auf dem Schulgelände. In den nächsten Wochen suchen sich die Mädchen auf dem Areal einen Baum aus, an dem die Häuschen angebracht werden. Die Öffnung, auch dies erfahren die Kinder von ihren AG-Leitern, sollte dabei in Richtung Osten oder Südosten zeigen.
13:51
Ich habe zwar keinen Fledermauskasten in meinem Garten sondern nur Nistkästen ( http://www.vogelhaus-experte.de/de/Nistkasten/Nistkasten-Vogelheim ) deshalb finde ich die Idee der Kinder, auch einen Unterschlupf für Fledermäuse zu bauen besonders toll! Schön das sich auch die Kleinsten schon für Natur und Naturschutz begeistern lassen!