Ein Weg nach innen
22.03.2009 | 14:48 Uhr 2009-03-22T14:48:00+0100
Beim Darmtag im St. Rochus Hospital wurde über Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs informiert.
Diagnose Darmkrebs: deutschlandweit werden jährlich 70 000 Neuerkrankungen gezählt, wovon 30 000 tödlich enden. Zahlen, die vor allem verdeutlichen, wie wichtig eine Vorsorgeuntersuchung ist. Die nämlich kann das Schlimmste verhindern, denn Darmkrebs ist heilbar - wenn er frühzeitig erkannt wird.
Entsprechende Vorsorge ist deshalb unerlässlich. Um dafür zu sensibilisieren, aber auch um Ängste zu nehmen, deklarierte das St. Rochus Hospital als zertifiziertes Darmzentrum den vergangenen Samstag zum Darmtag. Das Krankenhaus lud ein, sich über Vorsorge, Früherkennung, aber auch über Therapien und Heilung zu informieren. Und die Resonanz war überaus groß.
„Unsere Befürchtungen, die Leute hätten bei dem Wetter besseres zu tun als ausgerechnet ins Krankenhaus zu gehen, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt, erklärte der Geschäftsführer Thomas Tiemann. Der Besucherandrang zeigte, dass viele das Thema Darmkrebs ernst nehmen. Und doch sei die Zahl derer, die zur Vorsorgeuntersuchung gehen, insgesamt noch sehr gering, so Tiemann. Die Durchdringungsquote liege gerade mal zwischen drei und sechs Prozent. „Dabei ist diese Vorsorge ab dem 55. Lebensjahr für den Patienten kostenlos", betonte Tiemann. Viel wichtiger noch: Eine Untersuchung kann Schlimmeres verhindern. „Im Frühstadium erkannt, ist dieser Krebs absolut heilbar", untermauerte Tiemann.
Die Angst aber vor der Darmspiegelung sei oftmals zu groß, weiß der Rochus-Geschäftsführer. „Viele denken, sie sei schmerzhaft", nennt Tiemann Hauptursache der Angst und fügte dann aber hinzu: „Das war vielleicht vor 15 Jahren so, heute aber verfügen wir über ganz andere Geräte, die eine sanfte Untersuchung ermöglichen." Auch Scham müsse kein Patient empfinden, sei eine Darmspiegelung doch eine völlig alltägliche Routineuntersuchung. Der Darmtag jedenfalls sollte all diese Bedenken und Ängste nehmen - durch eine Fülle an Information. So konnten sich die Besucher nicht nur ärztliche Fachvorträge anhören, sondern zudem durch ein großes Darmmodell wandern, um so eine bessere Vorstellung von den Vorgängen im eigenen Körper zu erhalten. Darüber hinaus konnten sie selbst eine Darmspiegelung vornehmen - an einer originalgroßen Nachbildung des Verdauungsorganes.
Hannelore Quest erläuterte sehr verständlich die Funktionsweise des Koloskops. „Da, sehen Sie das", fragte sie die Besucher, die mit dem Gerät in den 1,2 Meter langen Darm schauten. „Das ist ein Polyp", erklärte Hannelore Quest. „Polypen werden je nach Größe entsprechend entfernt." Sie nämlich seien möglicherweise bösartig und somit die Vorstufe zum Krebs. Um diese kleinen Polypen zu entdecken aber, heißt es: Zur Vorsorge gehen. bini
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