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Ein stadtbekannter Hinterhof

18.05.2012 | 16:08 Uhr
Ein stadtbekannter Hinterhof

Castrop-Rauxel. „Bis letzte Woche Sonntag wussten wir selbst nicht, dass wir den fünften Geburtstag der Wurstküche heute feiern würden. Uns selbst haben wir mit dem Konzert also auch überrascht“, begrüßt Franz Niewelt die Gäste im Hof der Wurstküche.

Zum kleinen Jubiläum stattete jetzt die amerikanische Bet Williams Band der Konzertlocation einen Besuch ab. Die Wurstküche, ein großer Raum im Hinterhof der Hugostraße 19, ist seit fünf Jahren das Vereinsheim des Save the Planet e.V. Niewelt: „Das Save the Planet Festival an der Waldbühne gibt es schon seit vielen Jahren. Irgendwann war uns eine Veranstaltung pro Jahr aber zu wenig, so dass wir nach einem Ort für weitere Konzerte suchten.“ So habe es sich ergeben, dass die Räumlichkeiten hinter seinem Wohnhaus zum Treffpunkt für Musikbegeisterte aus- und umgebaut wurde.

Mittlerweile sei die Wurstküche für viele zu einem festen Begriff geworden, meint Niewelt. „In den vergangen fünf Jahren haben hier zahlreiche namhafte Künstler gespielt. Bei einer Gruppe australischer Singer und Songwriter sind wir sogar richtig bekannt.“ Mussten seine Vereinskollegen und er eins mühsam Kontakte zu Musikern herstellen, kämen diese derweil auf ihn zu. Es sei die persönliche Atmosphäre, die den Reiz auf Interpreten und Zuschauer ausübe.

Der Künstler ist zum Greifen nahe

„Wenn man mit nur 55 Leuten direkt vor dem Künstler steht, ist er zum Greifen nah.“ Dieses Gefühl hat auch Georg Koszenowski schon häufig erlebt. Der Musikfreund berichtet: „Letztes Jahr habe ich zum erste Mal durch die Presse von den Veranstaltungen in der Wurstküche erfahren. Ich war überrascht, wie urig und gemütlich es hier ist.“ Ihn haben besonders die international bekannten Künstler beim „Down Under Australien Singer-Songwriter-Festival“ im vergangenen Sommer beeindruckt. Seitdem ist er regelmäßig zu Gast auf der Hugostraße.

Sowie Georg Koszenowski zieht es auch Andere immer wieder in den stadtbekannten Hinterhof. So fanden ebenfalls viele den Weg zum Überraschungskonzert. Die Bet Williams Band heizte Jung und Alt ein.

Integraler Bestandteil Habinghorsts

Niewelt: „die Wurstküche ist ein integraler Bestandteil von Habinghorst. Hier ist jeder willkommen.“ So saßen und standen am Donnerstagabend Kinder zwischen Erwachsenen allen Alters. Ob Stammgast oder Neuling, zu den Rock-, Pop-, Folk- und Roots-Klängen der Band blieb kein Fuß still stehen. „Macht mit!“, ruft Williams in gebrochenem Deutsch. Die Musikergruppe um die Amerikanerin Bet Williams ist eben so bunt zusammengewürfelt wie ihr Publikum. Der Bassist kommt aus Schweden, der Schlagzeuger aus Ostberlin und am Keyboard sitzt Bets Mann. Mit sichtlicher Freude und viel Herzblut erfreut sie die Gemüter der Geburtstagsgäste gute vier Stunden lang. Gefühlvolle Rockballaden und beschwingter Blues reihen sich an Popsongs mit gewitzten Texten.

Bets Lieder handeln von der Freiheit, der Liebe und der Lebenslust. Emotionen, die den zufriedenen Gästen der Wurstküche wohlbekannt sind. „Große Veränderungen brauchen wir nicht“, meint Franz Niewelt: „wir machen einfach so weiter wie bisher.“ Bis heute waren sie damit alle glücklich und zufrieden, warum sollte sich das ändern.

Laura Konieczny


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