Ein Schal für die Wasserleitung
03.02.2012 | 18:09 Uhr 2012-02-03T18:09:00+0100
Castrop-Rauxel. Vorsicht vor Frostschäden: Experten raten, bei der extremen Kälte Rohre zu schützen. Auch richtiges Lüften ist wichtig, um Schäden zu vermeiden.
Das Kältehoch hat die Stadt zurzeit fest im Griff. Und am Wochenende soll es noch kälter werden: Auch im Tiefland können die Temperaturen dann im Sauer- und Siegerland nachts auf bis zu minus 20 Grad Celsius fallen, prognostiziert der Deutschen Wetterdienst (DWD). Schal, Handschuhe und Mütze sind für Menschen derzeit ein Muss.
Allerdings sollte man bei den Minustemperaturen nicht nur sich selbst schützen, sondern auch sein Haus und sein Wohnung. Denn bei der Kälte drohen Wasserrohre zu platzen, sogar Heizkörper können zerbersten. Bei Gefrieren vergrößert sich das Volumen von Wasser um rund neun Prozent, diesem Druck können Wasserleitungen nicht standhalten.
Deshalb rät die Gelsenwasser AG, derzeit Türen und Fenster von Kellerräumen geschlossen zu halten und Türen gegebenenfalls zusätzlich abzudichten. Wasserleitungen, Ventile und Wasserzählanlagen sollten zudem etwa mit Schaumstoff, Holz- oder Glaswolle geschützt werden oder zumindest mit alten Textilien umwickelt werden. Generell sollten Wasserhähne, die sich im Garten oder in der Garage befinden, sowie Rohre, die im Freien verlaufen, entleert und mit Hilfe der Absperrvorrichtung abgeriegelt werden.
Kommt es doch zu einem Schaden – durch Rohrbruch und auslaufendes Wasser – deckt die Wohngebäudeversicherung Frostschäden am Haus, sofern das Risiko „Leitungswasser“ eingeschlossen ist. Werden Möbel und anderer Hausrat durch einen Wasserschaden beschädigt oder zerstört, kommt die Hausratversicherung dafür auf. „Mieter und Hausbesitzer müssen das Risiko eines Frostschadens aber möglichst gering halten“, erklärt Günther Schütz, Schadenexperte der Allianz, und fügt hinzu: „Das ist wichtig, damit voller Versicherungsschutz besteht.“
Heizung im Winter nie ganz abdrehen
Auch die Heizung sollte bei den Minusgraden nie ganz abgedreht werden, damit sie keinen Schaden nimmt. Auch wenn man längere Zeit nicht zu Hause ist, sollte die Heizung – gerade in der Frostperiode – weiterlaufen.
Trotz der Eiseskälte sollte man mit Blick auf die Heizkostenabrechnung auch bei frostigen Temperaturen versuchen, die Heizkosten im Zaum zu halten. Die Wohnung sollte beispielsweise nicht zu stark beheizt werden: Selbst bei Winterwetter sollten Zimmertemperaturen von 18 bis 20 Grad ausreichen.
Im Schlafzimmer sollte die Temperatur nicht über 16 bis 18 Grad liegen. Lüften sollte man mehrmals täglich für etwa fünf Minuten – und zwar am besten mit kräftigem Durchzug. Gerade im Winter sei das Lüften sehr effektiv, sagen Fachleute. Denn dabei kommt kalte, trockene Luft hinein und die feuchte, verbrauchte Luft verlässt die Räume besonders schnell. Vom Kippen der Fenster wird allerdings abgeraten. Grund: Eine längere Kippstellung bringt nichts, weil sie nicht für einen breiten Luftaustausch sorgt.
Und auf regelmäßiges Lüften sollte man auch bei den eisigen Temperaturen nicht verzichten: Denn durch Kochen, Duschen und Baden, Atmen und auch durch Schweißbildung wird Feuchtigkeit verursacht, die unbedingt aus den Wohnräumen abgeführt werden muss, raten Experten, da ansonsten Feuchtigkeitsschäden mit Schimmelbildungen drohen können.
Sollte es trotz der oben empfohlenen Vorsorge-Maßnahmen zu Einfrierungen der Wasserrohre kommen, kann man sich an die Gelsenwasser-Betriebsdirektion in Gelsenkirchen wenden, die auch für Castrop-Rauxel zuständig ist: 0209-70 80.
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