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Ein Organisationstalent

30.01.2008 | 17:51 Uhr

Die Auszubildende Elif Seref kümmert sich in der Apotheke um die Lagerung der Medikamente.Als angehende Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte muss sie täglich koordinieren und verwalten

SERIE AUSBILDUNG IN GESUNDHEITSBERUFENOrganisation ist alles in dem Job - bis zu vier Lieferungen kommen täglich in der Paracelsus-Apotheke an. Salben, Pillen und Tropfen stapeln sich in blauen Plastikwannen. "An manchen Tagen müssen wir bis zu 350 Präparate in die Regale einsortieren", sagt Auszubildende Elif Seref. Die 22-Jährige macht eine Lehre als Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte, kurz PKA.

"Ich bin eine kleine Perfektionistin", sagt sie und lächelt dabei. Im vergangenen Jahr suchte Elif Seref eine Lehrstelle. Organisieren wollte die junge Frau, verwalten, und für Medizin interessierte sie sich auch. All das gab sie in den PC des Berufsinformationszentrums ein. PKA - ein Vorschlag, der die 22-Jährige auf Anhieb überzeugte.

Seit einem halben Jahr kümmert sie sich nun um Fragen wie: Welche Medikamente fehlen in den Regalen? Welche zählen zu den Ladenhütern? Liegt ein Präparat etwa länger als sechs Monate in den großen, weißen Schränken, sortiert sie es aus und schickt es zurück zu den Großlieferanten. Gleiches gilt, wenn ein Medikament abläuft. "Meist kommt genau dann aber wieder ein Kunde, der es braucht", weiß sie mittlerweile aus Erfahrung. "Man muss Ordnung halten hinter der Theke", fasst die 22-Jährige ihren Ausbildungsberuf kurz wie treffend zusammen. Natürlich finden sich alle Informationen zu den Medikamenten im Computer. Einsortiert wird aber noch per Hand.

An der Berufsschule büffelt sie Fächer wie Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Wer sich für den Job interessiert, sollte ein kaufmännisches Verständnis mitbringen, sagt die 22-Jährige. Klare Unterschiede zum klassischen kaufmännischen Beruf gibt es dennoch. "Mit den Kunden haben wir kaum zu tun", erzählt Elif Seref. Das bedeutet aber nicht, dass sich ihre Arbeit auf Regale und Computer beschränkt. Täglich telefoniert sie mit Großlieferanten und Arztpraxen. Impfstoffe lagern schließlich nicht auf Vorrat in der Apotheke, werden von den Praxen kurzfristig bestellt. "Die Ärzte sagen mir dann vorab, wieviel Ampullen sie benötigen." Dann setzt sich Elif Seref ans Telefon und ruft die Lieferanten an.

Hinzu kommt ihr Interesse an Medizin. Nach und nach lernt sie die Wirkstoffe kennen, am Ende der Ausbildung müssen die Begriffe sitzen. Damit nicht genug: Auch die aktuellen medizinischen Bestimmungen muss ein Auszubildender parat haben - und die wechseln bekanntlich schnell: "Das Buch vom letzten Jahr kann ich nicht mehr nehmen", sagt die 22-Jährige.

Auch in Zukunft möchte sie in der pharmazeutischen Branche arbeiten, möglichst in der Apotheke. Hat der Job denn gar keine Nachteile? "Man ist halt auf sich selbst gestellt", sagt Elif Seref. Ein Aspekt, den sie aber als großes Privileg ansieht. Denn auch hierbei ist Organisation schließlich alles.

Von Jimena Salloch

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