Ein mustergültiges Gewässer
19.09.2011 | 14:35 Uhr 2011-09-19T14:35:00+0200
Am Grutholzteich entsteht durch die Hilfe vieler fleißiger Hände aus 96 Tonnen Naturstein ein Amphibienschutzgebiet. Frösche, Molche und allerlei andere Amphibien finden im See Nahrung und Unterschlupf und sollen durch die Maßnahme geschützt werden.
Ein wenig versteckt er sich hinter Spielplatz und Wildgehege. Dennoch ist er ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Angler: der Grutholzteich. Schon seit vielen Jahren beherbergt das Gewässer zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Frösche, Molche und allerlei andere Amphibien finden im See Nahrung und Unterschlupf.
Um diese gefährdeten Arten weiterhin zu schützen, wird nun das Nordufer des Teiches zum Amphibienschutzgebiet ausgebaut. Bereits seit einem Jahr engagiert sich der Angel- und Gewässerschutzverein (ASV) DoCas-Blinker für die Gemeinschaftsinitiative „Amphibienschutz im Angelgewässer“ des Landesfischereiverbands Westfalen-Lippe und der Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA). „Es ist wichtig, nicht nur zu nehmen, sondern der Natur auch etwas zurückzugeben“, begründet Vereinsmitglied Rudi Melchior sein ehrenamtliches Engagement.
„Angeln und Naturschutz schließen einander nicht aus. Schließlich sind es die Angler, die Missstände sehen und dann beheben können“, bestätigt auch Jürgen Birtsch von der ARA. Ziel des Gemeinschaftsprojekts sei es, eine Art Mustergewässer zu schaffen. Auf diese Weise sollen auch andere Angler auf die Möglichkeiten zum Amphibienschutz aufmerksam gemacht werden. Klaus Breuer, Bereichsleiter des städtischen Grünflächenamtes, lobt neben dem Beitrag zur nachhaltigen Gewässernutzung auch das „hervorragende bürgerliche Engagement, ohne das die Umsetzung des Vorhabens gar nicht möglich gewesen wäre.“
August Wundrok vom ASV erklärt das Vorgehen beim Anlegen des Biotops: „Zunächst wurde das Ufer von Gestrüpp befreit. Am Mittwoch kamen dann 96 Tonnen Naturstein an. Diese galt es, auf die gut hundert Quadratmeter Uferbereich zu verteilen“ erklärt Fachmann Wundrok und fügt hinzu: „Durch die Unterstützung des Grünflächenamtes, das großzügig Bagger, Radlader und Mitarbeiter zur Verfügung stellte, können wir schon an diesem Wochenende mit dem Feinschliff beginnen.“
Der Feinschliff, wie Wundrok es nennt, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. Zur Ausweitung der Flachwasserbereiche werden aus den Steinen kleine Tümpel und Buchten geformt. „Amphibien sind wechselwarme Tiere, die in flachen Gewässern leben“, so Breuer. „Von den 96 Tonnen Naturstein wird man letztendlich an der Wasseroberfläche nur wenig sehen, weil sie einsinken. Unter Wasser werden sie jedoch das Amphibien-Biotop enorm bereichern“, freut sich auch Jürgen Birtsch über die ökologische Aufwertung des Angel- und Freizeitgewässers.
Finazierung
Der Ausbau des Amphibien-Biotops am Grutholzteich kostet rund 5 500 Euro. Die Kosten werden von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung (SUE), vom Angel und Gewässerschutzverein DoCas-Blinker sowie vereinzelten Firmen- und Privatspenden getragen. Die Stadt stellt Arbeitsgerät und Mitarbeiter. Die Arbeit mit Steinen als natürliches Material ist die preiswerteste und zugleich effektivste Variante. Alternativ böte sich die Arbeit mit erheblich teureren, sogenannten Vegetationsmatten an.
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