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Castrop-Rauxel

Ein Bach zieht blank

10.09.2009 | 18:07 Uhr

Deininghauser Bach wird zu einem hochwertig gestalteten Stadtgewässer

Das Stadtbild in der Nähe des Castrop-Rauxeler Hauptbahnhofs wird sich in Bälde entscheidend verändern: Ende Oktober beginnt die Essener Emschergenossenschaft mit der ökologischen Verbesserung und Umgestaltung des Deininghauser Baches. Aber eben auch die Ansicht wird sich ändern. Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft: „Von der Optik her gibt es eine deutliche Aufwertung sowohl der Wohn-, als auch der Aufenthaltsqualität.”

Der unterirdisch verlaufende Bach im Bereich Schulstraße in Castrop-Rauxel soll offengelegt werden. Dann führt er auch vorbei an der Kirche Herz-Jesu Rauxel. Foto: Joseph-W. Reutter

So soll der momentan noch unterirdisch verrohrte, also der unsichtbar verlaufende Bach, der unterhalb der Schulstraße sein fließendes Schattendasein führt, zwischen Bahnhof- und Kunostraße einen neuen Gewässertrog erhalten. Abawi: „Der Deininghauser Bach wird somit freigelegt und zu einem hochwertig gestalteten Stadtgewässer entwickelt.”

Auf einer Länge von zunächst 500 Metern erblickt das Gewässer an der Schulstraße dann schon bald das Licht der Welt. Diesen Geburtsvorgang muss man sich nun so vorstellen. Durch die Baumaßnahme wird die bislang als Einbahnstraße verlaufende Schulstraße ihre Zweispurigkeit verlieren. Kein Problem, sagen Verkehrsplaner, die übriggebliebene eine Spur werde in Zukunft völlig ausreichen. Auf dem Terrain der wegfallenden Spur soll nun „der Boden aufgemacht und der in bis zu anderthalb Metern Tiefe fließende Bach freigelegt werden”, so Abawi weiter.

Dem Passanten und Anwohner bietet sich somit nach der Fertigstellung ein Blick hinunter auf ein hochwertig gestaltetes Stadtgewässer, das in der Nähe des Hauptbahnhofs mitten durch das Zentrum von Castrop-Rauxel fließen wird. Abawi: „Selbstverständlich wird der Bachbereich von einem Geländer eingezäunt und auch ein begrüntes Ufer angelegt.” Ans Tageslicht kommt das Gewässer allerdings erst westlich der Bahnhofstraße. Diese Nord-Süd-Verbindung wird auch in Zukunft unterquert, und damit bleibt die Bahnhofstraße für den Bach quasi eine Brücke.

Übrigens schlägt die Umgestaltung des Deininghauser Baches bereits jetzt hohe Wellen. So hat sich erst kürzlich bei der Emschergenossenschaft der Europakorrespondent einer der größten südkoreanischen Zeitungen gemeldet. Abawi: „Der Mann hat sich das Know-how über den Castrop-Rauxeler Bach besorgt, denn in Seoul ist ebenfalls ein solches Stadtgewässer geplant. Ist doch toll, dass wir Vorbild für Südkorea werden.”

Die Vielfalt des Neuen Emschertals lässt sich bereits heute am Deininghauser Bach erkennen. Die Umgestaltung des Oberlaufes wurde im Rahmen der IBA Emscher Park 1996 als Pilotprojekt des Emscher-Umbaus abgeschlossen. Mittlerweile hat sich ein funktionierendes Ökosystem etabliert, das viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Allerdings wird die nun anstehende Umgestaltung des Mittel- und Unterlaufes im dicht besiedelten Innenstadtbereich natürlich von der des naturnahen Oberlaufes abweichen.

Die Baumaßnahmen haben ein Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro und beinhalten auch Leistungen der Stadt und des EUV Castrop-Rauxel. Das Land Nordrhein-Westfalen und die EU beteiligen sich insgesamt mit 3,8 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung des aufwendigen Maßnahmenpakets wird im Frühjahr 2013 gerechnet.

Gerhard Römhild

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13.09.2009
22:43
Ein Bach zieht blank
von myway | #5

Wen sollen diese ständigen inflationären Planerworthülsen wie hochwertig und auch nachhaltig noch überzeugen. Ich denke das sollte heute Standart sein. Die Koreageschichte hört sich gut an, aber ob in der Millionenstadt Seoul sich wirklich an ein paar Meter offenen Bachlauf in Rauxel als Vorbild orientiert scheint mir doch unglaubhaft und ziemlich übertrieben. Ein Blick des koreanischen Korrespondenten in den Erinpark mit dem offenen Bach hätte da schon wirklich genügt. Also liebe Planer bleibt lieber hier mit den Füßen auf den Boden, seht zu das die Kosten eingehalten und die Bewohner nicht unnötig lange belästigt werden.
Das würde mehr überzeugend wirken als solche
Münchhausengeschichten.

13.09.2009
15:44
Ein Bach zieht blank
von Werner Steinke | #4

Kannmich genau daran erinnrn,wie dieser Bach Ende der Sechtziger/Anfang der Siebziger Jahre unter die Erde gebracht wurde... Nun.denn,dann buddeln wir ihn wieder aus..Kohle scheint ja dank Steuerzahler genügend vorhanden zu sein. Vielleicht sollten die Koreaner sich an den Kosten bteiligen, quasi als Copyrightabgabe. Bitte alle mal das Datum2013 notierenund 3,8Mio: Es wird länger dauern und deutlich teurer werden....

13.09.2009
13:45
Ein Bach zieht blank
von Revier wird schöner | #3

Im 21. Jahrhundert sucht eine offene Abwasserableitung in in einem Ballungsraum sicherlich ihresgleichen. Das gibt es nirgendwo anders in Europa. Jetzt wo der Bergbau weg ist und es keine Bergsenkungen mehr gibt, gehört das Abwasser unter die Erde. Dann gehören auch die Meldungen über verunglückte Personen endlich der Vergangenheit an.
Und ja, Bauarbeiten sind mit Behinderungen verbunden, aber danach wird es auch schöner.

11.09.2009
16:50
Ein Bach zieht blank
von otto normalbürger | #2

Das Geld könnte man wirklich besser verwenden.
Rauxel wird dabei baden gehen, aber Hauptsache der große Plan wird erfüllt und die Emscher und ihre Zuflüsse werden für Millarden renaturalisiert. Es lebe die europäische Planwirtschaft!

11.09.2009
08:14
Ein Bach zieht blank
von Kilashandra | #1

Renaturalisierung schön und gut. Sie ist bei vielen Gewässern bitter nötig. Hat aber mal einer der Leute bedacht, das der Bach direkt den Schulweg zur Grundschule am Wald kreuzt? Ich denke nicht, das ein Geländer die Kinder vom Unsinn machen abhält. Vom Schmutzfaktor mal ganz abgesehen... und wer stellt den täglichen Reinigungsdienst? Die Stadt dürfte dafür wahrlich kein Geld haben. Die Emschergenossenschaft? Da ich in Rauxel wohne, bin ich mal gespannt. Abgesehen von den Ärgernissen während der Bauphase, wie der Bach einige Monate nach Fertigstellung aussieht..

Spätestens nach einem Jahr ist das Geschrei groß. Zumal für jeden Anwohner noch eine Zufahrt (Brücke) über den Bach gebaut wird, damit die Häuser erreicht werden können...

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