E-Scooter-Verbot in Bussen beschäftigt den Kreistag

Im November hatte die Vestische E-Scooter in ihren Bussen verboten. Auch auf den Strecken in Castrop-Rauxel durften die elektrischen Rollstühle nicht mitgenommen werden. Nun beschäftigt dieses Thema auch den Kreistag Recklinghausen. Ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben und soll die Lösung bringen.

Kreis recklinghausen.. Die Vestische soll das Transportverbot für Elektro-Scooter einfach wieder aufheben, sagt die Piratenpartei im Recklinghäuser Kreistag. Doch mit dieser Forderungstehen die Piraten politisch allein auf weiter Flur, denn die Mehrheit der Politiker bescheinigt dem Hertener Nahverkehrsunternehmen, "verantwortungsbewusst" gehandelt zu haben.

Wie am Donnerstag in der Sitzung des Kreis-Verkehrsausschusses deutlich wurde, setzt auch die Politik im Kreis Recklinghausen auf das Gutachten, das zurzeit im Auftrag des NRW-Verkehrsministeriums erarbeitet wird. In dem Gutachten sollen Fachleute ermitteln, ob es nicht doch Optionen für eine sichere Mitnahme von Elektromobilen gibt.

Das Gutachten soll Ende März beziehungsweise Anfang April vorliegen, berichtete der Geschäftsführer der Vestischen, Martin Schmidt. "Wenn die Studie eine Lösung bietet, setzen wir das um", kündigte er an.

Das Problem soll gelöst werden

Im November hatte sich die Vestische - wie fast alle Nahverkehrsunternehmen in der Republik - einer Empfehlung des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) angeschlossen und ihren Busfahrern die Mitnahme von E-Scootern aus Sicherheitsgründen untersagt. Das Transportverbot ist mittlerweile auch vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigt worden.

Dass die strenge Vorgehensweise zahlreiche gehbehinderte Menschen in ihrer Mobilität einschränkt, lässt die Politik aber nicht kalt. Deshalb verlangten auch Vertreter aller Parteien, dass das Problem gelöst werde. Dabei wurdezum Beispiel auf Bremerhaven verwiesen, wo der örtliche Verkehrsbetrieb E-Scooter und deren Besitzer mit kleinen Sonderfahrzeugen chauffiert. Im Kreis Recklinghausen gibt es allerdings noch nicht einmal Schätzungen, wie viele Gehbehinderte tatsächlich vom E-Scooter-Verbot betroffen sind.

Die Vestische sowie die Verkehrspolitiker des Kreises sehen allerdings auch die Krankenkassen in der Pflicht. Diese sollten ihren Versicherten statt eines E-Scooters einen elektrischen Rollstuhl verschreiben. Für den gibt es im Linienbus nämlich spezielle Sicherungseinrichtungen ("Anlehnplatten"). Krankenkassen, so Schmidt, scheuten jedoch die Mehrkosten von 2000 bis 3000 Euro.

Unterdessen haben die Verkehrsunternehmen den Busherstellern den Auftrag gegeben, die Möglichkeit einer Nachrüstung von Fahrzeugen zu überprüfen. Bislang existieren für Linienbusse keine zugelassenen Rückhaltesysteme. Deshalb gibt es im Falle eines Unfalls auch keinen Versicherungsschutz.

In den Bussen der Vestischen haben sich noch keine Unfälle mit E-Scootern ereignet. In anderen Regionen Deutschlands hätten Zwischenfälle in Linienbussen allerdings bereits Verletzte und sogar Todesopfer gefordert.