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Altkleider

Dubiose Firma stellt illegale Kleider-Container in Castrop-Rauxel auf

02.12.2015 | 16:41 Uhr
Dubiose Firma stellt illegale Kleider-Container in Castrop-Rauxel auf
Einer der ungenehmigten Kleidercontainer, den ein Privatunternehmen auf einem Grünstreifen an der Stettiner Straße in Castrop-Rauxel aufgestellt hat.Foto: Klaus Schräder-Grau

Castrop-Rauxel.  Es ist illegal, trotzdem stellen dubiose Firmen Altkleidercontainer ohne Genehmigung durch Stadt oder Kreis in die Landschaft. Auch in Castrop-Rauxel. Zurzeit steht etwa einer auf einem Grünstreifen an der Stettiner Straße in Ickern. Und auch ein Flyer für eine dubiose Altkleider-Abholung ist dort wieder im Umlauf.

Ein Kleidercontainer an der Stettiner Straße in Castrop-Rauxel steht dort ohne Genehmigung. Der Besitzer ist die Firma Content KG mit Sitz im bayerischen Kissing. Die Telefonnummer auf dem Container bringt nicht viel. Denn egal, zu welcher Tageszeit man dort anruft, es geht niemand an das Telefon. Das Unternehmen ist aber offenbar in zahlreichen Städten aktiv und hält Behörden sowie private Grundstücksbesitzer mit den Containern in Atem. In diesem Jahr waren es laut EUV zwar weniger Container als in den Vorjahren, weil die Preise für Altkleider zurück gehen sollen. Aber mit einer solchen Containerladung lässt sich dennoch Geld verdienen.

Alle Altkleidersammlungen, egal ob mit Containern oder mit Eimern oder mit Wäschewannen oder mit Säcken am Straßenrand, sind genehmigungspflichtig . Dem Kreis Recklinghausen und dem Stadtbetrieb EUV sind Sammler ohne eine solche Genehmigung ein Dorn im Auge, wie EUV-Vorstandschef Michael Werner auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Sofern man Wind von einem im öffentlichen Raum illegal aufgestellten Container bekommt, "wird der Besitzer kontaktiert und zum Entfernen des Containers aufgefordert", so Werner. Wenn dann nichts passiere, werde der Behälter nach einer gewissen Frist sichergestellt.

Was passiert mit illegalen Containern?

Das Ordnungsamt der Stadt oder der EUV können allerdings nur eingreifen, wenn die unangemeldeten Container nicht auf einem Privatgrundstück stehen. Große Wohnungsgesellschaften wie etwa Vivawest sind in diesem Zusammenhang auf Hinweise ihrer Mieter angewiesen, um aktiv werden zu können. "Sofern wir keinen Eigentümer ermitteln können, lassen wir die Container verschrotten. Denn auf unseren Grundstücken darf niemand illegal Geld verdienen", so Vivawest-Pressesprecherin Dr. Marie Mense.

Marcel Jede, der an der Recklinghauser Straße wohnt, zog am Mittwoch wieder einen Flyer für eine Kleidersammlung am Freitag aus seinem Briefkasten. Wie von uns schon im November berichtet, stehen auf dem Handzettel Angaben, die nicht der Realität entsprechen. So heißt es unter der angegebenen Handynummer "kein Anschluss unter dieser Nummer" und der aufgedruckte Verweis "Diese gewerbliche Sammlung ist gemäß Runderlass des Innenministeriums von NRW vom 09.06.1972 Textziffer 1.25 nicht genehmigungspflichtig" ist eine Erfindung.

Laut Kreis-Pressesprecher Jochem Manz "hat es einen derartigen Runderlass nie gegeben." Marcel Jede kam der Handzettel auch sofort komisch vor. "Darum habe ich die Polizei benachrichtigt", erzählte er uns am Mittwoch am Telefon. "Eine Streife war hier, hat meine Zeugenaussage aufgenommen. Am Freitag wollen die Polizisten hier mal die Augen wegen der Sammlung offen halten."

Wo landen die Kleiderspenden?

Gesundes Misstrauen empfiehlt bei solchen Sammlungen Polizei-Sprecher Michael Franz: "Ich würde mich im Vorfeld immer kundig machen, wer da wofür sammelt. Im Zweifel ist es immer besser, auf die örtlichen caritativen Organisationen zuzugehen. Da kann man mit den Kleiderspenden wenigstens etwas Gutes tun."

Das unangemeldete Tun mancher Privatsammler stößt den anerkannten Hilfsorganisationen natürlich auch auf. Was illegal eingesammelt wird, fehlt an anderer Stelle. Denn Kleidung und Schuhe, die in Sammelbehälter von zweifelhaften Firmen landen, kommen Bedürftigen hierzulande nicht zu Gute. In der Regel werden diese Altkleider zusammengepresst und an Zwischenhändler in aller Welt verschifft.

Verbraucher sollten darum darauf achten, wer den Container aufgestellt hat. Der EUV betreibt selbst Sammelcontainer, das Logo der Stadttochter ist darauf deutlich erkennbar. Wer sicher sein will, dass seine aussortierte Kleidung direkt an Bedürftige weiter gegeben wird, kann auch die örtlichen Kleiderkammern aufsuchen. Die ausgemusterte Garderobe sollte noch tragbar sein und vor der Abgabe kurz gewaschen werden.

Altkleider spenden kann man hier:
Kleiderkammer des DRK, Bahnhofstraße 98, Montag 9-12 Uhr;
Kleiderkammer Caritas, Lambertusplatz 16, Mittwoch und Freitag 12-14 Uhr.

Thomas Schroeter

Kommentare
03.12.2015
06:55
Dubiose Firma stellt illegale Kleider-Container in Castrop-Rauxel auf
von wilmor | #1

Wer schaut denn noch danach ob etwas legal ist? Der schnellste macht das Geld. Bis die Trägen der "Aufsichtsbehörden" wach werden ist alles abgegrast....
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2015-12-02 16:41
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