DNA-Spuren auf der EC-Karte
20.06.2007 | 08:57 Uhr 2007-06-20T08:57:08+0200Zwei Brüder sollen Überfälle in Kreuztal und Datteln begangen haben. Einer soll eine Clownsmaske getragen haben. Spuren finden sich auch auf einer Zigarettenkippe
"Das ist eine Lüge", sagte der eine. "Ich habe damit nichts zu tun", so der andere. Die beiden Brüder aus Castrop-Rauxel beteuerten vor der Großen Recklinghäuser Strafkammer ihre Unschuld. Weder wollen sie mit einem unbekannten Dritten im Januar 2000 eine Gaststätte in Kreuztal-Buschhütten nahe Siegen überfallen haben, noch im März 2000 eine Spielhalle in Datteln.
Die Taten liegen lange zurück, dürften den Opfern aber noch deutlich in Erinnerung sein. Bewaffnet bedrohten die Maskierten laut Anklage die Leute in der Gaststätte: "Überfall, Hände hoch, alle hinlegen!" Beute: Geld aus der Kasse (1 500 Mark) und Portmonees. Im März dann der Überfall in Datteln. Einer der Täter trug eine Clownsmaske, so die Anklage. Die Brüder hätten die Aufsicht und zwei Kunden zu Boden gezwungen, mit Klebeband gefesselt, am Kopf der Aufsicht sei eine Waffe durchgeladen worden. Beute diesmal: ein Geldwechselautomat mit 20 000 Mark.
Im Dezember 2003 wurden die Brüder (32 bzw. 28 Jahre) erstmals festgenommen: Die Ex-Lebensgefährtin des Älteren hatte sie bei der Polizei beschuldigt. Die U-Haft währte drei Monate. Inzwischen belasten die Angeklagten vor allem zwei DNA-Gutachten: Ihre DNA-Spuren fanden sich auf einer EC-Karte aus dem Kneipenraub und auf einer Zigarettenkippe aus der Spielhalle. Zuletzt sollen die Brüder für längere Zeit verschwunden gewesen sein; sie stellten sich aber im Februar 2007.
Erste Zeugen sagten bereits aus. Die Wirtin etwa gab sichtlich mitgenommen an, einen der Angeklagten wiederzuerkennen, "an den Augen". Mehr als 20 weitere Zeugen sowie Sachverständige sollen jetzt noch gehört werden.
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